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■ Amphibien - Dystonie Kontakt |
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Leser: 563
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- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 2025-02-21 | |
„Wie sind die anderen, der Jungen, die da waren?“
„Man kann sie gewiss nicht mehr Jungen nennen – ich bin schließlich der aller-Jüngste – sie sind wirklich ganz junge Männer. Da ist mal Xenophon. Er ist ein Sportfan. Ich glaube nicht, dass er intellektuell ganz viel zu bieten hätte, trotzdem – er denkt mehr über die Pferde und Hunde und die Armee nach – aber er ist sehr witzig wenn man mit ihm reden will. Und dann ist noch Platon. Er ist zwanzig. Er ist ein wunderbarer Allrounder, weil er gut im Sport, besonders im Ringkampf ist, aber er schreibt auch Gedichte und möchte mal eine Tragödie aufsetzen. So wie ich,“ gab ihr Alexis mit einer Schmerzensmiene zu verstehen, „obwohl es eine fette Qual für mich ist, viel darüber nachzusinnen, besonders weil das bedeuten würde gegen solche Menschen wie ihn anzutreten.“ „Ich weiss nicht sehr was ich mir aus diesem Plato machen soll,“ antwortete sie Alexis sympathisch. „Es klingt geradewegs als sei er perfekt.“ „Oh, das könntest du doch!“, versicherte ihr Alexis, mit einem sonderbaren Ehrgeiz Fairness gelten zu lassen. „Du würdest Plato´s Ansichten komplett teilen.“ „Wie?“ „Er denkt, dass Frauen den Männern gleichgestellt sind, in dem dass sie eine gleich gute Bildung genießen sollen.“ „Gut für ihn!“ Corinna begann plötzlich ihre Hände aneinander zu schlagen. „Erzähl mir mehr.“ Und auf diese Weise fing er an, ihr von Sokrates und seinen wundervollen Freunden zu erzählen bis die Schatten länglich und länglicher wurden um sie warnend daran zu erinnern, dass es Zeit wurde zurück zur Stadt zu klettern, das Buch unter dem Arm, das sie nicht mal begonnen hatten aufzurollen. Als er zu Hause ankam, begruesste ihn seine Mutter mit vor Besorgnis aufrecht stehenden Brauen und gequältem Blick, und Theo sagte: „Vater hat nach dir gesucht.“ Nico hielt ihn am Armgelenk fest und flüsterte: „Worauf bist du denn aus gewesen, Alex? Mir sagen sie nie etwas.“ „Ich weiss es nicht, ehrlich, Nico -“ Gerade an diesem Punkt, trat der Vater in den Hof. Jetzt war es soweit! Alexis machte sich auf den Angriff gefasst. Hatte ihn wohl jemand verpfiffen, davon dass er in Corinnas Lokal gewesen war, oder? „Alexis!“ Die Stimme seines Vaters war fest, obwohl sie still ankam. Er gab sich alle nur erdenkliche Mühe sich jedes Mal einzugestehen, dass Alexis kein kleiner Junge mehr war, der zu ihm nur „Pappa“ sagte. Er hieß ihn auch nicht mehr nur herumlaufen, Dinge besorgen, sodern versuchte sehr ernste Dinge mit ihm anzusprechen „von Mann zu Mann“, aber die alte Gewohnheit der väterlichen Authorität war schwer abzuschütteln. Sogar Philipp, wenn er zu Hause für die Dauer eines Heimurlaubes war, fand es schwierig den rauen Ton aus der Zungenspitze des Vaters zu ignorieren. „Ja Vater!“, sagte Alexis, ihm entgegenstürzend. Sie kamen unter dem Feigenbaum zum Stehen. Parmeno der aus dem Türrahmen gelukt hatte, verzog sich sofort wieder bei dem Anblick. Der Garten wurde sonderbar still, aber Alexis war sich sicher dass Theo oder auch seine Schwester bestimmt von irgendwo der ruhig getragenen Konversation horchten. „Ich fühle eine scheue Ungunst und es tut mir weh,“ begann der Vater, „dass auch nur einer meiner Söhne eine außerordentlich unerwünschte Gemeinschaft bilden sollte.“ Demnach hatte er von Corinna gehört. Dennoch – was war das für eine Art von einer komplett harmlosen Freundschaft zu sprechen! Das Blut schoss in seine Wangen. Er versuchte dem Vater in dem gleichen getragenen Ton zu antworten. „Wieso sollte sie derart unerwünscht sein?“, fragte er. „Sicherlich wird dir klar geworden sein...“, ergänzte sein Vater geduldig, „dass dieser Sokrates... sein Namen ist ein Beiwort in der ganzen Stadt.“ Also war überhaupt nicht Corinna der Anlass, sondern es ging um Sokrates! „Worum ghet es eigentlich, was an ihm ist falsch, Vater?“, stammelte er konfus. „Erstnes, ist er ein Atheist – er glaubt nicht den Göttern. Er ist ein drohender Untergang für jeden jungen Mann, an den er seine Pfoten legt.“ „Das ist ungerecht.“ „Es stimmt, Alexis. Ich laste es dir nicht an, das nicht gemerkt zu haben. Er ist ein sehr geviefter alter Mann, und er übt große Faszination auf jeden Mann aus, der jünger ist. Er scheint alle dezenten Gedanken und Ideen aus der Welt zu räumen, Standards die man früher gelehrt hat und die Köpfe stattdessen mit dem giftigsten Unding zu füllen.“ „Aber – a-aber“, gab Alexis schwerfällig bei, unschlüssig ob er versuchen konnte eine Verbindung zwischen dem Sokrates den er kannte und demjenigen Mann, den Vater beschrieben hatte, zu erstellen oder ob es vergebens war. Alcibiades war einer von Ihnen, und was ist mit ihm passiert? In einer brillianten Karriere ruiniert, hat seine Heimat an Feinde verraten! Er war nicht einmal der Letzte, dem das geschehen musste, und dem es schlecht erging. Und was für junge Leute hat der Mann jetzt um sich geschart? Plato – dessen Onkel Charmenidec einer der gefährlichsten Antidemokraten in Athen ist! Xenophon – der offen das spartanische System anhimmelt! Denkst du dir nicht, dass ich nicht wollen kann das mein Sohn mit einer solchen Ansammlung verwechselt werden soll? Alexis öffnete seinen Mund, aber sein Vater erhob den rügenden Finger um Ruhe zu gebieten während er fortsetzte: „Du bist in einer sehr glücklichen Lage, dass du so jung bist. Du kannst dich einfach aus der Gruppe ausklinken und keinem geschieht etwas. Aber verstehe, die Verbindung zu ihnen nuss sofort zu Ende sein. Itzt. Sokrates und seine Ideen werden der Untergang jeden jungen Mannes sein, der mit ihnen in Verbindung gebracht wird.“ Er ließ seine Hand voller Mitgefühl auf Alexis Schulter sinken. „Es wird nicht mit dir geschehen, allerdings, das kümmert mich viel zu sehr, als dass ich dih dieses Risiko eingehen lassen möchte.“
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