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Die Gefühlswelt der Musikanten
artikel [ Kultur ]
Kolumne 80

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von [Delagiarmata ]

2010-09-19  |     | 



Als Migrant, und dazu zähle ich alle, die ihre bewusst erlebte Heimat irgendwann freiwillig für immer verlassen haben oder verlassen mussten, wird man die Gewohnheit nicht los, immer und überall Ausschau nach Landsleuten zu halten. So geht es zumindest mir. Landsleute sind dann in der Regel alle Menschen, die aus dem gleichen geografischen Raum stammen. Engere Kriterien lege ich diesem Begriff nicht an, schon um meine eventuelle Ergriffenheit, sprich emotionale Anteilnahme nicht mit unnötigen Schranken einzuengen.

So war ich überrascht, als ich im letzten Urlaub ein Fernsehheft durchblätterte, so zum Zeitvertreib beim Kaffee. Da stand dann bei Montag, 9. August 2010 in der Rubrik „Weitere Spielfilme“: MDR, 20.15 Uhr, „Musikparade“, Komödie. Und weil ich schon mal beim Zeittotschlagen war, habe ich noch den kurzen Einführungstext gelesen, der da lautete: Der Trompeter und Sänger Peter verliebt sich in Dirigentin Greta. Deren Grundsatz lautet jedoch: Nie mit Musikern anbandeln!

Schon wollte ich zum nächsten Film weitergehen, als mein Blick auf der kleiner gedruckten Besetzung hängen blieb: Peter Alexander, Georg Thomalla, Bibi Johns, Else Reval. Das war natürlich noch lange kein Grund, mich für den Film zu entscheiden. Den lieferte erst der Regisseur: Géza von Cziffra.

Nun hatte ich weder ein Filmlexikon noch einen Computer zur Hand, aber irgendwo im kleinen Hinterstübchen gespeichert, dass dieser Mensch in Arad geboren wurde und in der Zwischenkriegszeit in der Berliner Kulturszene eine Rolle, auch als Schriftsteller, gespielt hat. Ein Landsmann also, was denn sonst?

Dann lief der Film. Meine Frau hat beim Stricken alles mitbekommen und, meine - meist absurden – Nostalgieanfälle kennend, auf die richtige Filmreplik gewartet, um sie dann genüsslich auszukosten. Natürlich wurde sie ihr von der himmlischen – kein Engel kann schöner sein – Dirigentin Greta, also Bibi Johns, schon bald geliefert: Musiker sind keine Männer! „Tja, so ist das nun mal“, meinte sie, meine bessere Hälfte, mit einem verschmitzten Lächeln.

Poco-Poco – Pocola / Die Mädchen sind zum lieben da / [...] / Ich weiß was, ich weiß was, / Ich weiß, was dir fehlt, / Ein Mann, der dir keine Märchen erzählt, singt Peter Alexander in diesem Film, den „mein Landsmann“ Géza von Cziffra gedreht hat, als meine sich über mich lustig machende Ehefrau gerade mal einige Monate alt war. „Hörst du nicht, was der da singt“, erwiderte ich umgehend, „willst du mir dieses Wissen absprechen?“ Worauf sie die Lippen spitzte und meinte, die Märchen wären zwar für Kinder, würden aber meist von Erwachsenen erfunden.

Diese Spitzfindigkeiten würde sie bestimmt unterlassen, wenn sie in Gregor von Rezzoris Männerfibel - die als erbauliche Ferienlektüre auf meinem Nachtkästchen lag - ab und zu lesen würde, um endlich nach 32 Jahren genossener Ehe an meiner werten Seite gewahr zu werden, welch feinfühlige, zerbrechliche, nach Liebe und Verständnis schmachtende Mannsbilder wir Musikanten – auch ehemalige – sind und auf Lebzeiten bleiben werden.


Denn immerhin, macht Rezzori sich in seiner Fibel so ziemlich über alles lustig, was gemeinhin als männlich gilt, und sind wir Musikanten laut Film „keine Männer “, muss im Umkehrschluss zu einem Fazit seiner (Rezzoris) vielen Theorien die Anständigkeit „die“ Eigenschaft der Musikanten schlechthin sein.

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