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prosa [ ]
nach dem Schicksal

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von [Szeren ]

2022-04-05  |     | 



Bald wird die Fahrt beginnen und ich werde dennoch jeden Kilometer genießen und gleichzeitig bereuen. Unablässig trillert die Musik im Reisebus-Radio, unablässig tritt oder - besser gesagt - stampft der Fahrer den Takt dazu auf die Gummiunterlage seines Chauffeursessels. Ich denke mir, dass die Musik bestimmt zu meinem Typ an anderen Anlässen gepasst hätte, jedoch will ich auch nicht griesgrämig weiter vor mich hinstarren und blinzele ein schwaches Lächeln in das Busfenster mir-gegenüber.
Ein Buch rausziehen, wäre jetzt umständlich. Ziemlich ehrgeizig, würde mein rechter Nachbar am Fensterplatz bestimmt denken. Das muss bestimmt ein Student in der Hauptstadt sein, oder etwas in der Art.
Wäre das der einzige Umstand?, macht mir mein Gewissen klar... Dann hole es doch eben deswegen raus, v.a. weil du von der Fahrt mehr mitbekommst, wenn du sie auch innerlich vornehmen kannst.
Ich muss zugeben, dass das angefangene Buch mich mehr reizt, als es der schläfrige potentielle Gesprächspartner von rechts tut. Er blinzelte schon zwei mal sichtlich gelangweilt nach seinem Gepäck.
Ich gehe an meinen Rucksack und bohre meine Finger tief ins Innere der Gepäckstücke: eine Pyjama, ein paar Kosmetika und Wechselklamotten für Regen- und für sonniges Wetter. Am untersten Ort ertaste ich meinen Knüller: ein zerfledertes, weil zerlesenes, Meditationsbuch, "voller Runen" hätte meine engste Familie gespottet und beginne auf der letzt-gelesenen Stelle weiter "zu studieren"... bis ich - stecken bleibe. später werde ich es als eine Blockade benennen können.
Das Wort wird mir den ganzen Reisetag verderben. Es fasziniert mich. Es dreht sich mir im Magen um, und ich kann weiter nicht mehr lesen. Es zermalmt meine blaße Selbst-Erkenntnis und rüttelt an meinem Rückgrat: "Dominanz", steht da schwarz auf weiß.
Unbewusst und fiebrig beginne ich zu planen:
1. Ich werde sie nur mit dominanten Argumenten nicht aus dem Schlamassel ziehen können.
2. Bald nach der Ankunft sollte ich jemanden wissen lassen, in Kenntnis setzen über meine Vorhaben - welche immer es dann sein weren.
3. Ich brauche nicht nur ein "Alibi" für mein Fehlen von Zuhause, sondern auch eine plausible und faszinierende Erklärung für mein Nach-Schnüffeln ihrer neuen Unterkunft und des Arbeitsverhältnisses.
Nachdenklich hole ich etwas Makulatur hervor und notiere auf einen Zettel, den ich nun auf das Buch auf meinen Knien stütze, das Wort: Leihwagen.

Halb gerädert schlafe ich ein und ergebe mich einem kurzen Traum.



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