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Zum 1. Geburtstag der deutschen Site von agonia.net / poezie.ro
artikel [ Internet ]
Kolumne 14

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von [Delagiarmata ]

2004-11-07  |     | 



Mihai Popeți: „ Ein einziger Leser, den man erreichen konnte, rechtfertigt das Schreiben.“


Geburtstagsfeiern erlangen beim Älterwerden der Protagonisten verschiedene Bedeutungen. Dem einen werden sie zur Last, während der andere sie zur Selbstdarstellung oder zur Befriedigung des eigenen Gemeinschaftsbedürfnisses ungeduldig herbeisehnt. Unternehmen aller Sparten lassen sich Geburtstage zum Zweck der Werbung nicht entgehen.

All diese Feste dienen der Rückbesinnung und dem Blick nach vorne. Wie war das vor einem Jahr, damals vor einem Jahrhundert und wie könnte die Zukunft aussehen? Das Leben ist ein stetes Kommen, Verweilen und Gehen. Bleiben für immer hat in unserem Erdenwandel keinen Platz, selbst im virtuellen Leben nicht, denn auch hinter diesem steht irgendwo eine reale Existenz, also eine zeitbedingte. Man kann das auch bei agonia.net / poezie.ro deutlich beobachten.

Unser deutscher Ableger dieser Internetsite wurde gestern ein (1) Jahr alt. Der erste veröffentlichte Text, „Hunger“ von Dorin Covrig, ist ein Gedicht, das bisher 271 mal angeklickt wurde. Sein Erscheinungsdatum (06.11.2003) kann als Geburtsstunde der deutschen Fassung von agonia.net betrachtet werden. Die Triebfeder im Leben der ersten Tage, Wochen und Monate war aber zweifellos Anca Anghel Novac aus Toronto/Kanada. Ihr gebührt an diesem ersten Geburtstag ein Sonderlob und natürlich ein herzlicher Dank.

Selbst für diese kurze Zeit kann man die Unstetigkeit unseres virtuellen Lebens anhand der Aktivitäten auf der Site nachvollziehen. Einige sind gekommen, haben nur kurz verweilt und sich nicht mehr gemeldet, andere hielten es etwas länger aus und nur ganz wenige scheinen sich heimisch zu fühlen.

Ursachenforschung bietet sich natürlich auch hier an. Sie wird aber wie in so vielen Fällen nicht weiter führen und wohl auch kaum neue Mitglieder zum Publizieren bewegen. Und damit ist endlich das Stichwort zur Daseinsberechtigung unseres Internetbabys gefallen: Publizieren.

Darum und um nichts anderes geht es bei agonia.net. Radu Herinean, der Gründer und Administrator dieser Site, bietet jedem Lese- und Schreibinteressierten die Möglichkeit seine Niederschriften hier publik zu machen, die Werke anderer zu lesen und auch zu kommentieren. Es handelt sich also um eine Gemeinschaft von Menschen, die nicht unbedingt die gleichen, aber immerhin ähnlich gelagerte Interessen haben.

Eine Wertigkeit im Sinne eines Wettbewerbs oder gar eines Klassements nach literarischen, journalistischen und anderen Kriterien der ins Netz gestellten Texte wird bewusst unterlassen. Die auf dieser Site tätigen Editoren haben lediglich die Aufgabe Texte auf antisemitische und pornographische Inhalte zu durchforsten. Solche Themen haben hier natürlich nichts verloren. Interessant und lesenswert empfundene Prosa- und Lyrikveröffentlichungen führen aber letztendlich trotzdem dazu, dass ihre Autoren bei öfter vorbeischauenden Lesern Neugierde wecken und dementsprechend auch öfter angeklickt werden. Das mündet wiederum in eine natürlichen Auslese, die schwächere (manchmal auch sehr schwache) Texte zwar nicht eliminiert (in einer zivilisierten Welt sollten auch die Schwachen ein Daseinsrecht haben), aber die betroffenen SchreiberInnen doch weitgehend der Lesernachfrage entzieht. Jeder Text verfügt ja über seinen eigenen Zähler, so dass man das Resultat dieser Leserwertung sehr wohl erkennen kann, vorausgesetzt ein/e selbstverliebte/r AutorIn öffnet nicht dauernd die eigenen Texte. Die Kommentare tragen natürlich ein Übriges zum Anerkennungsgrad einer publizierten Arbeit bei.

Wie man eine Site wie agonia.net betrachtet, hängt auch viel vom Veröffentlichungsinteresse jedes einzelnen ab. Will ich durch meine Arbeiten einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichen oder gar das Feld für eventuelle Veröffentlichungen in Printmedien vorbereiten; oder will ich lediglich testen, ob andere Leute meine Texte überhaupt lesen; suche ich vielleicht nur Kontakt zu Gleichgesinnten; oder suche ich einfach nur abseits der institutionalisierten Medienwelt Entspannung für paar Minuten oder auch mal Stunden? Man kann diese Frageserie unendlich fortsetzen und wird ebenso unendlich viele unterschiedliche Antworten bekommen. Fakt bleibt, dass schriftliche Veröffentlichungen die unaufdringlichste Art und Weise bleiben, seine Meinung kundzutun. Das gleiche gilt im literarischen Bereich natürlich auch für Gefühle und Weltanschauungen.

Den Weg zur deutschen Site von agonia.net haben in diesem einen Jahr gerade mal 25 aktive Mitglieder gefunden. Sie haben 253 Texte veröffentlicht und 260 Kommentare (Anmerkungen) zu Texten anderer geschrieben. Angesichts der Millionen Internetsites, die heute per Klick zu erreichen sind, ist das gar nicht so enttäuschend. Zieht man aber die Verbliebenen von den Gekommenen ab, dann fällt die Bilanz doch sehr bescheiden aus. Aber ein Baby hat ja Zeit zum Wachsen. Auch eine Internetschöpfung muss das Auf und Ab des Lebens durchmachen und die Unstetigkeit des Seins in den eigenen Seiten erleben.

Und weil in der Schreiberzunft ein wenig (oder auch mehr) Eitelkeit längst kein Geheimnis mehr ist, sei zum Schluss als Ausblick in die Zukunft allen Getreuen noch mit auf den Weg gegeben, was Birgit Schneider, die Leiterin der Deutschen Bibliothek in Leipzig – hier lagert alles, was seit 1912 in deutscher Sprache erschienen ist -, kürzlich die Öffentlichkeit schon mal in Bezug auf eine probeweise laufende Sammlung von deutschen Onlinepublikationen wissen ließ: „Wir müssen uns dieser Aufgabe stellen. Sonst entgeht uns bald ein wichtiges Segment der schriftlichen Äußerungen dieser Nation.“

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