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„Wenn wir alle geblieben wären, wo wir mal zu Hause waren“ oder „Wie das Surfen zum Nachdenken anregen kann“
artikel [ Debatten ]
Kolumne 64

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von [Delagiarmata ]

2009-01-05  |     | 



Das in deutschen Medien immer wiederkehrende Bekenntnis eines Peter Maffay zu seiner siebenbürgischen Kindheit mag in dem einen oder anderen Aussiedler zusätzliche Fragen bezüglich seiner ehemaligen Heimat aufkommen lassen. Dieses doch sehr individuelle und personenbezogen immer einzigartige Suchen in der Vergangenheit erfährt meistens dann eine positive Selbstbestätigung, wenn Prominente ihren nie erloschenen Bezug zu den Orten ihrer Kindheit öffentlich kundtun und wie im Fall so mancher Literaten à la Grass und Lenz sich ausgiebig der schöpferischen Ausstrahlungskraft dieser Zeiten von gestern und vorgestern bedienen.

Was machen eigentlich die Nachkommen solcher als Leuchttürme wahrgenommenen Persönlichkeiten?, könnte eine der unzähligen Fragen lauten. Was machen zum Beispiel die Nachkommen der vielen Musikanten des ehemaligen Banater Blasmusikdorfes Jahrmarkt, heute Giarmata. Um unseren voyeuristischen Vergangenheitsbewältigungstrieben zu folgen haben wir eigentlich das Internet mit seinen Suchmaschinen.

Was tippt ein neugieriger ehemaliger Jahrmarkter Musikant bei entsprechender Laune und akustischem Blasmusikhintergrund als Erstes in das Suchfeld ein? Das hängt natürlich von seiner dorfgesellschaftsträchtigen Zugehörigkeit ab. Zwei Namen behalten beim Nachfahren-Googeln nach dem Jahrmarkter Musikantenfortbestand natürlich Vorrang. Das wären, unabhängig von meiner lustvoll gelebten Parteizugehörigkeit, in alphabetischer Reihenfolge Kaszner/Kassner (die Brüder haben sich in Deutschland namensbezogen getrennt) und Loris.

Stößt man während des Googelns bei Ersteren bislang eher auf bemerkenswerte Leichtathletikleistungen, so wird man beim Zweiten in Sachen Musikernachwuchs schon eher fündig. Zwei Namen machen auf sich aufmerksam: Mathias Loris und Markus Loris.

„Nachdem meine ganze Familie schon immer sehr musikalisch orientiert war, blieb mir eigentlich schon seit jüngster Kindheit gar keine andere Wahl, als auch ein Instrument zu lernen. Als am 13.06.1980 Joe Keller, ein Musikkollege meines größeren Bruders, einen geheimnisvollen schwarzen Koffer auf dem Tisch unseres Gemeindesaals öffnete und ich zum ersten Mal in meinem Leben eine E-Gitarre gesehen habe, hatte es mich gepackt. So klar wie nie in meinem Leben zuvor und danach wusste ich – DAS ist mein Instrument.“ So stellt Mathias Loris sich auf seiner Website vor. Und er bedauert, dass es in seiner Heimat – er nennt es wirklich so – Jahrmarkt im Banat „weder E-Gitarren, noch sonstiges ’lebensnotwendiges’ Equipment gab“. Baden Medea Band, Mo`People und Pop Shock heißen die Bands, in denen Mathias Loris zurzeit die Saiten seiner Gitarre zum Schwingen bringt. Schaut man sich die Auftritte seiner Bands an, dann kann man sich in etwa ein Bild vom Leben eines deutschen Rockers machen.

Photobucket

http://www.mathiasloris.de/




„Einige, die mich am meisten inspiriert haben, möchte ich hier nennen: Ian Paice, Charly Adams, Simon Phillips, David Garibaldi, Russ McKinnon, Thomas ’Lu’ Ludwig, Walfredo Reyes, Gregg Bissonette, Steve Ferrone ... und viele, viele mehr!“ So etwas kann nur ein von Rock, Soul, Jazz-Rock, Funk und anderen artverwandten Genres begeisterter und zweifellos schon angesteckter Schlagzeuger von sich behaupten. Markus Loris hat dieses Bekenntnis auf seiner Homepage der Welt kundgetan. Ein Schlagzeuger. Natürlich. Von 1997 bis heute gab er den Rhythmus in sage und schreibe 37 Bands vor. Und hört man sich Aufnahmen mit seiner Stammband Backs & the Bunnies an, dann ist man sicher auch als Nichtrockfan von dieser Musik überzeugt. Da wird ganze Arbeit geleistet. Das sind ausorchestrierte und bis ins letzte Detail ausgefeilte Musikstücke mit überzeugender Dynamik, herzhaftem Rhythmus und erlesenem Gesang. Besonders die Mannigfaltigkeit der Stilrichtungen ist bestechend. Das ist die deutsche Kleinkunstbühne, wie sie leibt und lebt.

Photobucket

http://www.markusloris.de/



Und sie sind dabei, die Brüder Mathias & Markus Loris. Sie gestalten mit, bereichern und beleben. Ihr Kommen hat sich ausgezahlt. Sie geben das weiter, was als jahrzehntelange Tradition in ihrer Familie heimisch war: Musik. Wenn auch keine Blasmusik, wie der Name Loris das eigentlich suggerieren würde. Das wiederum hat aber nichts damit zu tun, dass die Loris-Brüder gar keine Nachkommen der Jahrmarkter Loris-Kapellmeister-Familie sind, sondern lediglich den gleichen Namen tragen. Lorise gab’s in Jahrmarkt wie Sand am Meer, heißt es heute noch bei den ausgesiedelten Alt-Jahrmarktern. Und doch findet man bei genauerem Recherchieren Hinweise auf die Blasmusik. Markus Loris schreibt, dass er „viele verschiedene Musikrichtungen von Blasmusik über Rock bis hin zu Jazz und Big-Band-Musik“ ausprobieren konnte. Und schaut man sich Mathias Loris’ Linkliste an so findet man zwei weitere Loris-Links. Der eine führt wie erwartet zu Markus Loris – „Bruderherz der Zweite“. Folgerichtig gibt es auch ein „Bruderherz der Erste“ und der Link klärt auf: Das ist Nick Loris, kein Geringerer als der Sänger der Egerländer Musikanten.

Damit will ich es bewandt lassen, denn das Internet läuft ja nicht weg und meine Voyeurslust steigt mit zunehmendem Alter. Da gibt es bestimmt noch den einen oder anderen Namen, der für Kontinuität alter Dorftraditionen in neuem Outfit sorgt und uns vor Augen führt, wie es wahrscheinlich gekommen wäre, wenn ... ja wenn wir alle geblieben wären, wo wir mal zu Hause waren.

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