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Zwischen Vereinsbroschüre und Lesebuch
artikel [ Bücher ]
Banater Kalender 2008 – von Dr. Walther Konschitzky

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von [Delagiarmata ]

2008-05-04  |     | 



Die aus der längst Vergangenheit gewordenen Literatursendung Das Literarische Quartett bekannte Kritikerin Sigrid Löffler präsentiert in der von ihr gegründeten und geleiteten Zeitschrift Literaturen (1/2 // 2008) „eine Momentaufnahme“ der deutschen Literaturszene. Eher durchwachsen, aber keineswegs hoffnungslos ist das zustande gekommene Resultat ihrer Analyse. Zu den positiven Blickpunkten der Literaturkritikerin kann man auch folgende Feststellung zählen: „Lange gab es nicht so viele Neugründungen von unabhängigen Kleinverlagen zu bestaunen wie jetzt.“

Man erfährt in dieser Bestandsaufnahme, dass im Jahre 2007 sage und schreibe 95.000 Neuerscheinungen „auf einen nicht sehr aufnahmefähigen Markt geworfen wurden“ und dass „ein Buch, das nicht binnen sechs Wochen die Aufmerksamkeit der Medien und des Lesepublikums auf sich ziehen kann“, tot sei und sich kaum wieder zum Leben erwecken lasse. Da kann man angesichts des seit Jahren tobenden Verdrängungswettbewerbs im Verlagswesen nur von äußerst mutigen Gründern sprechen, die wohl vordergründig von Idealen und erst dann von wirtschaftlichen Überlegungen angetrieben werden.

Ein Bücherwurm steht in Anbetracht dieser Situation vor dem Dilemma, das kurzfristige Angebot des „Laufstegs der Literaturmoden“ demutsvoll zu akzeptieren oder sich auf den etwas mühseligeren Weg der Suche nach einem dem eigenen Geschmack entsprechenden Lesestoff zu begeben. Eine solche Mühe wird in der Regel belohnt.

Zu den Neuverlagen der letzten Jahre gehört auch der in Erding bei München ansässige BANAT VERLAG. Seine Produktionen unterstreichen die These der sich lohnenden Suche nach Nischenprodukten in der trotz Konzentration längst unübersichtlich gewordenen Bücherwelt des deutschen Sprachraums. Liest man das letzte Buch dieses Verlags, wird man schnell von der wohligen Reise in die Überschaubarkeit gruppenspezifischer Empfindsamkeiten ergriffen. Keine Buchgattung kann dieses Gefühl besser vermitteln als ein Kalender.

Dr. Walther Konschitzky hat den Banater Kalender 2008 im BANAT VERLAG (geführt von Aneta Konschitzky) herausgebracht. Man darf nach der Lektüre der letzten Seite (304) dieses Lesebuchs uneingenommen, aber die eigene Bewunderung auch nicht kaschierend sagen, dass es sich um den – hoffentlich nur bisherigen – Höhepunkt der Banater, im weiteren Sinne der donauschwäbischen Kalendertradition handelt. Eine unvollständige Reihe von Kalendern mit Banater Thematik könnte lauten: Schwäbischer Volkskalender, Der Schwabenspiegel, Donauschwaben Kalender, Neuer Weg Kalender, NBZ-Volkskalender, Donautal-Volkskalender und jetzt Banater Kalender.

Letzterer besticht durch die sprachliche Qualität der Beiträge – deren Inhalte bleiben sowieso immer Geschmackssache – und die graphische Gestaltung. Das Layout (Ioana Banciu Russel) jeder einzelnen Seite überzeugt durch eine das Auge ansprechende Ausgewogenheit. Und diese Macht der Bilder! Dass hier der wohl beste Fotograf, den die Banater Schwaben je hatten, Dr. Walther Konschitzky (Foto unten), mit seiner journalistischen Erfahrung alle gestalterischen Räume nutzt, hat zu einem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk geführt.

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Man erlebt in solchen Buchproduktionen ja nicht selten, dass Bild- und Textmaterialen sich nicht unbedingt vertragen. Das ist hier anders: Wo Blaskapellen aufmarschieren und Tanzgruppen sich im Reigen drehen, wo Priester in beeindruckenden Kirchenschiffen Messen lesen und Ausstellungen von der Existenz einer kleinen aber feinen Volksgruppe kundtun, ist farbenfrohes Bildmaterial dominierend; wo hingegen ein Nikolaus Engelmann „Die Johre falle“ lässt, Richard Wagner „Gott im Banat“ begegnet, dem wiederum Stefan Heinz-Kehrer für seine Strenge und Milde „in einem langen Leben“ dankt, wo Julia Schiff ein „foto mit lenau“ schießt und, und, und ..., da reüssieren der wohlgeformte Satz, der Vers, der oder das Essay, die Reportage, die Erzählung, der Romanauszug, die Skizze, das Porträt, aber auch die Mundart und so manche bereichernde Fotoreproduktion von Kunstwerken namhafter Künstler.

Jetzt muss ein beeindruckter Rezensent seinen wild gewordenen Stift zügeln, um nicht in eine detailüberbordete Buchbesprechung hinein zu schlittern. Wer die Banater Kulturszene kennt – die homogene von gestern und die imaginäre, eines gemeinsamen geografischen Entfaltungsraums verlustig gegangene von heute -, der wird nach einem Blick in das Verzeichnis der „Autoren und Künstler“, die diesen Kalender bevölkern, schnell erkennen, dass der Herausgeber hier ein sehenswertes Schaulaufen der Banater Kultur, oder was von ihr außerhalb des Banats noch pulsiert, zwischen zwei glänzenden Buchdeckeln veranstaltet hat: Anton Bleiziffer, Hans Burger, Dr. Hans Dama, Dr. Walter Engel, Hans Fink, Barbara Gaug, Dr. Hans Gehl, Karin Graf, Gottfried Habenicht, Prof. Robert Hammerstiel, Franz Heinz, Edmund Höfer, Günther Istok, Anna Kirchner, Walter Andreas Kirchner, Hildegard Klepper-Paar, Josef Koch, Anton Krämer, Joseph Ed. Krämer, Prof. Franz Kumher, Heinrich Lauer, Heinrich Lay, Peter-Dietmar Leber, Johann Lippet, Dr. Franz Metz, Luisa Lang Owen, Horst Samson, Robert Schiff, Eduard Schneider, Hans Steiner, Helmut Stürmer, Julius Stürmer, Walter Tonta, Kristina Voigt, Josef Wolf und Walter Wolf.

Was wäre ein Buch ohne Schwachstellen? Die uns bereits liebgewordenen Schreibfehler – sofern sie nicht unbedingt stören – sind auch hier zu beklagen. Wen wundert’s? Druck: Cosmopolitan Art Temeswar. Temeswar ist nun mal eine rumänische Stadt und da wird man leicht überlesbare Tippfehler kaum als Beinbruch empfinden. Aber diese Macke hält sich in diesem Band im Vergleich zu anderen im Trend der Globalisierung hergestellten Druckerzeugnissen wirklich in akzeptablen Grenzen. Das nährt bereits jetzt die Schadenfreude, dass ein böswilliger Rezensent sich in Zukunft mit der Lupe auf Schwachstellensuche im Banater Kalender begeben muss. Denn der nächste „wird kommen“, kündigt Aneta Konschitzky im Editorial des Banater Kalenders 2008 an.


Dr. Walther Konschitzky (Hg.): Banater Kalender 2008; Banat Verlag Erding, 2007, ISBN: 978-3-9810962-2-4, Preis: 15.- Euro + Versandkosten; Bestellung: Banat Verlag – Aneta Konschitzky – Zugspitzstraße 64, 85435 Erding; Tel.: 08122 / 229 3422, Fax: 08122 / 229 4556, E-Mail: [email protected]

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