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Brief nach Mexico
prosa [ ]

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von [hp ]

2007-07-25  |     | 



Aus der Entfernung kann ich Dir nun alles sagen... ja alles, worüber ich immer sprechen wollte... es nie dazukam, weil Du mir zu nah warst... ich nie meine Sprache fand, alles in mir zerfiel und die Worte ausgingen... meine Gedanken zerrannen, bereits im ersten Satz. Ich auch nie frei schreiben konnte... ich immer nach dem Ausdruck suchte, ihn nie fand.

Aber Mexiko ist eben anders... ich schreib eben... vielleicht eigenartig, so mit meinen Fehlern... holprig... nach keinen Gesetzen, ich hab sie aufgehoben... so fühl ich mich frei, kann Dir mehr sagen... eben selbst sein. So wie ich denke... versuche ich zu schreiben.

Was weißt Du wirklich von mir, ich von Dir? Es gibt immer nur Momentaufnahmen... wir teilen uns, um wieder zusammenzufließen. Was denkst Du... bist Du heute.... was wirst Du morgen sein, oder ich?
Du kennst nicht die Geschichte von meinem ungeborenen Sohn... oder wäre es das Mädchen gewesen, auf das ich immer wartete...
Ach Liebes, oft sitzen die Episoden meines Lebens in mir fest... oft sprudeln sie wie eine Quelle aus mir heraus... dann bedarf es wieder des Kerns, dessen Frucht erst beim Erzählen wächst... oder sie erscheinen mir wie Bilder auf einer Leinwand, die noch scharf eingestellt werden müssen... sie verdunkeln sich, werden hell... verschwommen und wieder scharf... oder, ich sehe sie, wie hinter Milchglas...

Ich muss versuchen, den Moment der Schärfe und der Klarheit auszunutzen... dann sehe ich mein Leben von gestern und heute vor mir. In ihm liegt meine Selbsterkenntnis... in ihm ist auch der Schlüssel verborgen, zur Kunst mich selbst zu korrigieren... zur Antwort auf die Frage: Wo und wann wich ich ab von den in meiner Jugend gewachsenen Idealen... wo wurde ich vom Weg zu mir selbst abgelenkt... wie finde ich zu meinen anfänglichen Zielen zurück?

Lief ich den falschen Propheten nach... bin ich das Opfer und Produkt meiner Umgebung geworden... ist mein Kern noch geblieben?
Warum musste ich durch all diese Schmach gehen und diesen Götzendienst leisten... um am Schluss auf dem Altar geopfert zu werden?
Wird aus der Asche wieder der ursprüngliche Hans hervorkommen...?

Ich muss schonungslos niederschreiben, ohne mich dabei in der Hülle der verklärten Wahrheit über mich selbst zu verbergen... dann kann ich mich wieder aufrichten in meinem Selbstwertgefühl. Das Schreiben macht mich dann immun gegen die Alltäglichkeiten, die Alltagsprobleme werden dann zu dem, was sie sind.. ein Teil des Lebens, aber sie besitzen mich nicht mehr, ich schaffe mir den geistigen Spielraum... den ich brauche, um das Verborgene in mir zu entdecken und zu fördern.

Ich brauche den Unterschlupf... ein Asyl für meine Gedanken... die Basis meiner Träume und inneren Schwingungen... das Fundament ist mein unterirdisches Labyrinth ... eine Art von Plattform für meine Wanderungen durch Chaos und Liederlichkeit... dieser Untergrund ist die Residenz und der Nährboden meiner Pendelbewegungen.

Ja, ich schreibe die Geschichte von der Liebe, dem Spiel und der verlorenen Zeit.
Ein Gemisch von Erinnerungen... freien Empfindungen und Improvisation... es gibt
keine Geheimnisse, keine Skrupel und keine Inkonsequenz.
Ich werde auf eine chronologische Darstellung verzichten.. Sprünge und Brüche wagen und denke, dass die Wirklichkeit um so komplexer ein vollkommenes Gesamtbild ergeben wird.

Gib Du mir... in der Ferne, den Mut und die Kraft für mein Vorhaben...

Grüß mir die Sterne über Mexiko
und bleib mir treu...

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