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- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 2009-11-28 | |
Ich vermisse die Zeit 27,28 November 2009
ich vermisse die Zeit… die eine bestimmte, unbeschwerte aus meiner Kindheit. Unbeschwert? - Ja! relativ. Ich vermisse die Zeit… aus den Zeiten, in denen ich auf das Plantschen der Regentröpfchen in einer Pfütze auf der fast leeren Straße achtete und ganz Ohr war. Ich vermisse die Zeit, aus den Zeiten, wo ich unbeschwert im Regen lief, spielte, stand und wartete… Ich konnte mich nicht satt sehen und es machte mir nichts aus, nass zu werden - im Gegenteil! Jetzt weiß ich, warum ich das Bedürfnis, mir die Haare während der Arbeit immer wieder nass zu machen, hatte. Das machte mich instinktiv glücklich. Niemand verstand es. Ich vermisse die Zeit … aus den Zeiten, wo ich auf der Straße mit anderen Kindern von einem Haus zum anderen so quer durch die Wasseransammlungen auf der unebenen Straße im kaputten Asphalt, hin und her schreiend vor Glück, dem Lebensgefühl zujubelte. Wir liebten den Regen, den starken Sturm mit Blitz, Donner und Regenbogen, die spektakulären Sonnenuntergänge. Ich vermisse die Zeit … aus den Zeiten, an denen es mir Nichts ausmachte… Wir nahmen alles in Kauf, auch von irgendwelchen Nachbarn, die sich bei einem solchen Wetter im Treppenhaus aufhielten, an Kragen gezogen zu werden mit dem Kommentar: „Zurück, es blitzt gerade!“ An solchen Regentagen fuhren die Menschen nicht so gerne Auto. Sie standen lieber am Fenster oder im Hausflur und beobachteten die Wolken, den Regen, die Kinder. Oft gab es Stromausfall, fast jeden Abend, alle Jahre wieder. Ach , Ja – die Kerzenzeit! – war das eine Zeit! Wir erledigten unsere Hausaufgaben bei Kerzenschein, im Winter - jeden Abend. Nur die Straßenlaternen verfügten über Standlicht. Auch das Wasser wurde täglich abgestellt. So waren die Menschen immer voreilig, ihre Badewannen voll laufen zu lassen, auch wenn sie keins gebraucht hatten und den ganzen Tag unterwegs waren – eben, weil man nicht wusste, wie man sonst ohne Wasser den ganzen Tag auskommen sollte. Abends ließ man das Wasser, das man nicht für die Klospülung gebraucht hat, wieder in den Abfluss laufen. Alles, was man nicht benötigt hat, war auch gut so. Denn abends sah man in der Badewanne eine braue Brühe, Matsch wie auf den verschmutzten, verstaubten Straßen nach einem Regen. Und schon wieder …. Wasser. Ich vermisse die Zeit… die Zeit davor, vor den Zeiten, als ich keine Antworten und Erklärungen für die Missetaten der Politiker und anderer Menschen suchte, wo ich mich an Regen, Donner und Blitz erfreute…
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