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Johann und Maria...
essay [ ]
Kurzgeschichte

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
von [Transilvaneanu ]

2008-10-13  |     | 



Johann und Maria

Die alte Bauernpendeluhr, die irgendwo an der dämmerigen Wand
hing, holte sich Luft und schlug umständlich die Stunde.
Und was für eine Stunde!
Ein alter Hof, ein altes Haus, eine alte Familie, voll von
Errinerungen, schon damals, vor dem Krieg, als Sie in W.
dieses sonderbare Haus gebaut hatten, mußten sie reich und vornehm gewesen sein.
Vielleicht nicht reich an Geld, weil das 1950 noch fehlte,
aber an Wäldern, Jagden und Leben und das blieb und wurde eine
Selbstverständlichkeit für jeden, Land und Menschen gehörten
seit Jahrhunderten zueinander und das so sehr, dass sie sich
gar nicht mehr bewusst waren, wie eng das war: Dort wohnte eine
Tante und hier ein Neffe und da ein Vetter, jeder von ihnen
ist ein Stück Überlieferung und Geschichte der Sachsen,
Rumäner, Ungarn; und wenn man alle diese verschiedenfarbigen
Stückchen zusammensetzte, kam ein buntes Mosaik, ein neues
Kapitel der Weltgeschichte heraus.
Also, die alte Pendeluhr, die wie gesagt an der dämmerigen Wand
hing, schlug zehnmal.
Es war Abend und still.
Das Holz im Ofen knisterte leise.
"Schon so spät...", sagte Maria und schaute an die Wand, wo die
Pendeluhr tickte.
Der Wind machte sein Spiel und begann im Schornstein
zu singen.
"Ja", sagte Johann, "ja,..dann wird es wohl am Besten sein,
man geht auch schlafen. Morgen ist viel zu tun!"
Er stand auf und dehnte sich.
Es war heute sehr schwer zu überleben nach dem Krieg, viele
Häuser waren leer, die Angehörigen waren noch in Russland,
Aufbauarbeiten zu leisten. Ural, Sibirien, Transnistrien, waren
Gebiete, die man jeden Tag auf den Lippen hatte.
Die Häuser von Angehörigen waren von Zigeunern mit vielen
Kindern "besetzt".
Die "neue" Regierung arbeitete gerne mit dieser Gruppe der
Bevölkerung zusammen. Die haben alles mitgemacht, was ihnen
gesagt wurde, ohne nachzudenken und befolgten die Befehle
mit viel Genuß. Sie haben vor dem Krieg nichts gehabt und
plözlich hatten sie ein Haus von Sachsen, mit Garten, Keller, Scheune, auf einmal besaßen sie auch Haustiere und waren "Besitzer".
Johann spürte eine Unruhe des Herzens. Die ließ ihn nur einwärts
blicken, deshalb merkte er nicht, was draußen in der dunklen
Nacht auf der Dorfstraße passierte.
Im Dorf hörte man ein Grölen, ein Summen der Motore, es
waren Geländewagen von Typ IMS, Zyl und russische Molotows,
die aus dem Dunkel in voll verstaubten Straßen langsam vorwärts fuhren.
Die Männer die da drin saßen, hatten lange, schwarze Lederjacken an
und waren bewaffnet, aber die kleinen Pistolen sah
man nicht unter den Lederjacken.
Sie gingen mit sicheren Schritte an den dunklen Haus-
wänden vorbei und klopfen an die Haustüren.
Vier von ihnen sind auch an Johanns Haus angekommen.
"Wach auf, Johann! Mach die Türe auf, du Hitlerist!"
Johann spürte große Angst und wusste zuerst nicht, was er
machen sollte, er hatte so Vieles von Leuten im Dorf gehört, was die Parteiaktivisten so in den Nächten in den Dörfern treiben.
Mit Angst kam er an die Tür, seine Frau Maria verfolgte
mit ängstlichen Blicken seine Bewegungen...
Es ist so weit ... er muß aufmachen!...
Johann öffnete die Tür und machte den hereinstürmenden Männern Platz.
"Johann!", sagte einer der Lederjackenmänner, "wir sind gekommen, dir zu sagen, dass deine Zeiten vorbei sind. Du hast
ein schönes Haus, Garten, Acker, Wälder, du bist ein 'Chiabur',
du hast das Volk benutzt und für dich arbeiten lassen!"
Welches Volk?, dachte Johann. Die Zigeuner? Die haben manchmal,
wenn viel Arbeit war, auf seinen Feldern geholfen, zur Erntezeit,
und haben was zum Essen bekommen und ein paar Lei oder, wenn
sie wollten, ein wenig Speck und Brot für hre Kinder, die zu Hause verhungerten.
"Jetzt gehört alles uns", sagte weiter der Aktivist, "wir repräsentieren das Volk. Alles ist ab heute nicht mehr in
Privatbesitz, sondernn alles gehört der Gemeinschaft, der
Kollektiv! Hast du was zu sagen?"
Er holte ein Blatt Papier aus seiner Aktentasche und legte es
auf den Tisch.
"Hier ist deine Beitrittserklärung! Du sollst es unter-
schreiben und das ganz 'freiwillig', weil du es so möchtest!
Verstanden?"
Johann konnte das alles nicht glauben!
Er hat mal gehört von den anderen aus dem Dorf, dass der neue
Bürgermeister und die aus der Partei viel Unrechtes den Leuten antun, aber jetzt war auch für ihn die Zeit gekommen.
Einer der Männer hat nach einer Weile Johann gefragt, ob er etwas zum Trinken hat, weil sie alle Durst haben.
"Wir wissen das du Wein im Keller hast!".
Was sollte er noch tun? Er ist die Treppe runtergegangen
und mit einer vollen Kanne Wein wieder hochgekommen, hat die
Kanne auf den Tisch gestellt und ein paar Gläser dazu.
"So", sagte der Aktivist, nachdem er einen Schluck von dem Wein
getrunken hat, ... "willst du deine Unterschrift geben?"
"Das Haus bleibt weiter in deinem Besitz, alles andere: Wald,
Acker, Weingut, Geräte, alles, was du hast, gehört dann unserer
Gemeinschaft, unserem Volk, alles was dein ist, ist auch unser! Capito?"
Johann hat das alles nicht kapiert. Wie kann das sein, dass
seine Ersparnisse, seine geleistete Arbeit, sein erbteil von den Eltern
auf einmal nicht mehr ihm gehörten? Nur weil eine neue Regierung an die Macht gekommen ist?
"Wenn du nicht unterschreiben willst, solltest du dir das sehr
gut überlegen! Wir gehen nicht weg, bis du
deine Beitrittserklärung nicht unterschreibst.
Ich muß doch deine Beitrittserklärung im Rathaus abgeben!
So hast du auch deinen Anteil an der Gemeinschaft geleistet.
Denke bitte an deine Kinder! Wenn du nicht unterschreibst,
dann können deine Kinder nicht mehr in die Schule gehen ... weil wir das nicht erlauben. Sie werden nicht in einer Schule lernen können. Könntest du dir das vorstellen?
Wir haben jetz die Macht!"
Johann dachte und dachte und war sehr müde. Was sollte er tun?
Alles was seit Generationen mit viel Kraft von seinen
Vorfahren aufgebaut war, sollte nicht mehr in seinem Besitz bleiben. Sie standen vor dem Ruin. Oder war es Raub?
Er fühlte sich wie bei einem Raubüberfall. Er könnte es nicht zulassen.
"Nein, das möchte ich nicht tun! Sie können mir nicht meine Arbeit wegnehmen!"
"Ah, so?" sagte der Aktivist, "dann sollten wir mal einen kleinen Spaziergang mit dir machen!"
Zwei von den Lederjackenmännern packten plötzlich Johann, fesselten ihm die Hände auf den Rücken, die Handschellen klickten und er ward in Richtung Tür geschubst.
"Maria,Maria!", schrie Johann. "Pass auf dich auf!"
Maria war im Keller verschwunden und hat das alles mitgehört und Angst gekriegt. Im Keller fühlte sie sich in Sicherheit.
Aber wie lange? Ihr Herz schlug wie verrückt. Dann hörte sie
die Tür zufallen und die Motoren aufschreien. Johann war nicht mehr da.
(Fortsetzung folgt!)







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