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Die Märchen der Gebrüder Schott
essay [ ]
II. Teil

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von [oana.ududec ]

2008-09-01  |     | 



Spezifische Elemente in Schotts Märchen

Um die spezifischen Elemente in Schotts Märchen aufzudecken, muss man sich mit mehreren Kapiteln beschäftigen: Hier werden verschiedene Aspekte der rumänischen Volkserzählungen hervorgehoben. Zuerst hat man eine Darstellung der Elemente von Volksmärchen zu vollziehen, wo man über die Personen, Farben, Essen, Kleider, die Bedeutung der Ziffern und andere Märchenelemente spricht. Dann folgt die Sequenz über die Religion, um den Glauben des walachischen Volks zu unterstreichen. Das Schema dieses Subjekts wäre folgendes:
1. Elemente von Volksmärchen
2. Religion

1. Elemente der Volksmärchen

In der Literatur aller Völker und Zeiten haben Märchenmotive eine hervorragende Rolle gespielt, so wie im Austausch zwischen Volkskultur und Kunstdichtung auch die Märchen immer wieder thematische Bestandteile und stilistische Wesenszüge literarischer Meisterwerke aufgenommen und verarbeitet haben. Diese phantastischen Texte bringt eine Reihe von Märchen deutscher Zunge, Märchen, die auf rumänischem Gebiet gesammelt wurden.
Man kann in den Grundzügen einige Characteristica der Erzählweise in der rumänischen Sprache erkennen.
Mehrere Motive der Schottschen Märchen wurden auch in den Märchen der verschiedenen anderen Autoren gefunden. So wurde das Motiv des Märchens mit dem „Leib so weiß wie Schnee, mit Wangen so rot wie Blut und mit schwarzen Haaren“ in Schotts Märchen „der verstoßene Sohn“ auch in Grimms Märchen „Schneewittchen“ angetroffen:
„Als er (der verstoßene Sohn) eintrat, um die Beute aufzunehmen, sah er auf dem Schnee drei Blutstropfen und eine Rabenfeder liegen, da rief er aus:
- O, hätt’ ich ein Weib mit einem Leib so weiß wie Schnee, mit Wangen so rot wie Blut und mit Haaren so schwarz wie Rabenfedern!“ (Schott, „Der verstoßene Sohn“, S.148)

„Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger und es fielen drei Tropfen But in den Schnee; und weil das Rote in weißem Schnee so schön aussah, dachte sie bei sich:
-Hätt’ ich ein Kind so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie das Holz an dem Rahmen.“ (Grimm, „Schneewittchen, S.230)

Ein anderes Motiv, das wohlbekannt in der Geschichte der Märchen ist, ist das des Zauberspiegels. Es erscheint bei Schott in der Märchen “Der Zauberspiegel“ und „Die Prinzessin und der Schweinehirt“ und wieder bei Grimm im Märchen „Schneewittchen“; oder das Motiv der eifersüchtigen Mutter auf die Schönheit ihrer Tochter. Das hat schon seinen Platz in Schotts Märchen: „Der Zauberspiegel“ und in Grimms Märchen: „Schneewittchen“.

Man kann noch Beziehungen zwischen Schotts Märchen und verschiedenen anderen Märchen bemerken: „Die Kaisertochter im Schweinestall“ und „Das kunterbunte Fell“ von Grimm. Hier erscheint die sich in einem Tierfell versteckende Kaisertochter, die den Goldring in die Speise des Prinzen fallen läßt, um von ihm erkannt zu werden:
„Da schlüpfte, als es Abend war, die Prinzessin aus ihrem ekelhaften Gewande heraus, so dass ihr silbernes zum Vorschein kam, verließ den Schweinestall und ging hin zur Hochzeit.“ (Schott, „Die Kaisertochter in Schweinestall“, S.22)
Das Mädchen zog von seinem Finger unbemerkt den Ring, den ihm der Prinz bei der Hochzeit gegeben hatte und warf ihn in den Topf.“
(Schott, „Die Kaisertochter in Schweinestall“, S.24)
Das Motiv der Kaisertochter, die jede Nacht die Schuhe zerreißt, kommt im Märchen „Die beiden Kreuzbrüder“, als auch im D. Stăncescus Märchen „Fetele de împărat cu pantofii rupţi” vor.
Selbst Grimms Dornröschen hat nicht nur eine einzige Rolle auf der Bühne der Märchenwelt gespielt. Auch sie kann im Schotts Märchen „Der Teufel im Faßhahnen“ wiedergesehen werden:
„Du und deine Tochter und dein ganzer Hof, dein Palast und die ganze Stadt mit allem, was darin lebt, sollen in Stein erstarren. So lange wird über euch allen der Zauber liegen, bis einer kommt und mich überwindet.“
(Schott, „Der Teufel im Faßhahnen“ , S.81)
„Da schliefen auch die Pferde im Stall, die Hunde im Hofe, die Tauben auf dem Dache, die Fliegen an der Wand, ja, das Feuer, das auf dem Herde flackerte, ward still und schlief ein, und der Braten hörte auf zu brutzeln, und der Koch, der den Kuchenjungen, weil er etwas versehen hatte, in den Haaren ziehen wollte, ließ ihn los und schlief. Und der Wind legte sich und auf den Bäumen vor dem Schloß regte sich kein Blättchen mehr.(...) Es soll aber kein Tod sein, sondern ein hundertjäriger tiefer Schlaf, in welchem die Königstochter fällt.“ (Grimm, „Dornröschen“, S 220 ,221)
Bezeichnungen wie“der rote Kaiser“, „das Wunderkraut“, „der Holzkrummacher“ oder „Steinreiber“ finden sich auch bei Ion Creangă in den berühmten „Harap-Alb“. Und welcher Rumäne könnte nicht im Märchen „Die goldenen Kinder“, Ispirescus Märchen „Copiii cu părul de aur“ wieder erkennen?
In Schotts Märchen gibt es eine Mischung von deutschen und rumänischen Wörtern: z.B. in „Petru Firitschell“ erscheinen die rumänischen Wörter „mămăligă“ und „firitschell“; oder in „Die Geschichte vom armen Stantschu“ das rumänische Wort „mălai“; in „Die beiden Kreuzbrüder“ das rumänische Wort „pomană“ und „vampir“; in „Trandafiru“ wird das rumänische Wort „trandafir“ benützt.
Dann kommen in Schotts Märchen viele rumänische Namen vor: Petru, Petru Savoianzu, Petru Firitschell, Juliana, Florianu, Stanschu. Schon der Name Petru, der seit dem Ende des Mittelalters den häufigsten Personennamen in Rumänien bezeichnet, deutet darauf hin, dass der Held des Märchens keine Persönlichkeit, aber auch keine Typus, sondern eine allgemeine Figur ist.
Aber die Personen und Dinge des Märchens sind im allgemeinen nicht individuell gezeichnet. Die meisten Personen bleiben überhaupt unbekannt, sie sind einfach Königinnen, Kaiserinnen, Kaiser und Könige, Prinzessinnen und Prinzen, Soldaten, Kreuzbrüder, Schwestern oder Bauern und diese Figuren scheiden sich, wie schon gesagt wurde, in gute und böse, schöne und häßliche, in große und kleine, vornehme und niedrige. Schon die hier aufgezählten Kontraste zeigen, dass vom König, Kaiser oder reichen Mann bis zum Bettler, zum Schweinehirten, zur Gänselmagd, von der tugenhaften Dulderin bis zum schlimmsten Bösewicht die wesentlichen Welt umspannt werden. In den diesseitigen treten die einer Über- oder Unterwelt angehörigen Figuren, die als Hexen, Feen, Zauberer, Riesen, Zwerge, Tiere oder als meisten benannte alte Frauen oder Mänchen auftreten. Wenn auch nicht jede einzelne Erzählung solche jenseitigen Gestalten enthält, so gehören sie doch zu der Gattung als solcher, die Repräsentanten allen wesentlichen Sphären mit denen sich der mänschliche Geist beschäftigt, umfasst.
Auch die Dinge scheiden sich in Zauberdinge und Alltagsdinge, wobei wiederum allgemeine Repräsentanten der Dingwelt erscheinen: Tisch und Kleid und Schwert und Haus, und zwar vom Schloß bis zum kleinen Häuschen, vom goldenen und silbernen Gewand über das Pelzkleid, silberne und goldene Prachtkleider, diamantenes Prachtkleid bis zum schmutzigen Arbeitsrock, bis zum Kleid von laufer Lausbälgen und verbrämt mit Bälgen von Flöhen, vom Schwert bis zum Messer, Hobel und Bogen, dazu Haare und Federn und Schuppen und Kästchen, mit Vorliebe Dinge von stark geprägter, eindeutiger Gestalt. Auch Pflanzen gehören zum Arsenal des Märchens: Blumen und Früchte und namentlich Bäume. So spiegelt sich nicht nur in den Handlungen, sondern auch in den Gestalten und Dingen des Märchens die Welt.
Gestirne, Wolken, Werke, alle haben unterirdische Reiche-Mensch, Tier, Pflanze, Mineral, Gebrauchsding, Personen und Requisiten gewöhnlicher und übernatürlicher Art haben ihren festen Platz in den Märchen.
Hier wird wert darauf gelegt, Märchen zu bringen, die sich innerhalb des jeweiligen Sprachgebietes größerer Beliebheit erfreuen und nicht als Außenseiter an der Peripherie des Erzählgutes stehen.
Die Faszination, die gerade heute das Märchen auf den Leser ausstrahlt, bietet die Möglichkeit einer Begegnung mit dem Wirken den Leben und der nativen Mentalität zweier Völker, deren poetische Phantasie und realistische Ausschauungen sich in Märchenverbinden und aufschlußreichen Ausdruck finden. In Anbetracht des europäischen Märchens, das handlungsfreudig ist, kann man sagen, dass auch in Schotts Märchens die Beschreibungen und Schilderungen der Umwelt oder Innenwelt seiner Gestalten selten sind. Schon diese entschildene Ausrichtung auf eine meist einsträngig geführte Handlung gibt dem Märchen Bestimmtheit und Klarheit. In der gleichen Richtung wirken eine Reihe anderer Züge des Märchenstils: die Vorliebe für reine Farben und Linien, für alles klar Ausgeprägte überhaupt, für Metalle, Mineralien, Extreme und Kontraste, Formeln der verschiedensten Art, für Gaben und Aufgaben, Verbote und Bedingungen, Lob und Strafe.
An Farben nennt das Märchen gerne rot, weiß und schwarz, daneben golden und silbern: „schwarzer See“(„Der Kaiserin Wundersohn“), „weißer See“(„Florianu“), „schwarze Trauerfahnen“ („Petru Firitschell“), das Rot des Blutes („Der verstoßene Sohn“, „Trandafiru“, „Die Reiseabenteuer des Petru Savoianzu“); „rotgeweinte Augen“, „der rote Reich“, „die rote Stadt“, „purpurne Wolke“, „der rote Kaiser“, „der weiße Kaiser“, „die Ruinen der weißen Burg“ („Vom weißen und vom roten Kaiser“), das Weiß des Schnees, das Schwarz des Raben, das Rot des Blutes („Der verstoßene Sohn“); „schwarzer Berg“ („Florianu“; „schwarzbraunes Gesicht, rabenschwarze Haaren“ („Florianu“); „schwarzer Bock“ („Die Kaisertochter im Schweinestall“).
Man kann nicht übersehen, dass dieses Gewebe von Rot, Schwarz und Weiß glänzende Nuancen enthält. Und das wegen der Metallisierung der Menschen, Tiere, Gebiete, Räume und anderer verschiedenen Dinge: ein bekannter Märchenzug. So trifft man in dem Märchenreich: silberne, goldene und diamantene Prachtkleider, goldene Kinder, goldene Zweige, goldene Äpfel, goldene Lämmer, Goldkrone, goldenes Meermädchen, das Kristallwasser aus goldenen Röhren, der Silberschein des Mondes.
Diese Minerallisierung und Metallisierung bedeutet eine Verfestigung der Dinge, ihre Härte, zum Teil auch ihr Glanz und ihre Kostbarkeitheben sie aus ihrer Umgebung heraus.
„Sie hatte schöne Blumen, die in der Ferne wie Silber, Gold und Purpur durcheinander spielten.“ (Schott, „Florianu“, S.225)
„(...) Die Zweige der Bäume werden von den letzten Strahlen der Sonne vergoldet.“ (Schott, „Die Kaisertochter und das Fülle“, S. 115)
„Am anderen Morgen hatte die Kaisertochter, (...), ihm zwei golden Kinder geboren...“ (Schott, „Trandafiru“, S. 186)
„Es war im Gegenteil alles prächtig, so dass ihre Augen kaum den hellen Schein der silbernen und goldenen Wände ertragen konnten. In einem goldenen Saal...“
(Schott, „Trandafiru“, S.188)
„einen Spinnrocken, der Gold spinnt, Goldfäden, goldenen Haspel“, „goldene Gluckhenne und ihre fünf Küklein, die alle sechs goldenen Eier legen“, „ die goldene Bildsäule“, „die goldenen Unterschrift auf der Marmorplatte“, goldenen Brücke“.
Obwohl seletener, darf man auch andere besondere Märchenelemente nicht vergessen, die der Landschaft eine Nuance von Traum geben: der Kupferwald, der gläserne Berg, der Glaspalast:
„Ihr Vater, um sie vor allen Nachtstellungen zu sichern, in einem Glaspalast auf einem gläsernen Berg eingeschlossen hielt.“ (Schott, „Die Kaisertochter und das Fülle“, S.128)
Der abgeschlossene Glaspalast ist mit dem Märchenreich gleichzusetzen. Als eine Erklärung dafür, kann man zufügen, dass die Märchenwelt sich ebenfalls in einem Glaspalast befindet. Dieser kann von allen Seiten angesehen werden, und das wegen der Transparenz des Glases; er fungiert als ein Kern der Irrealität, der Phantasie in der Mitte der Realität. Die Einbildungskraft kann alles erzeugen, aber nichts Betastbares, Konkretes, Wahres, mit freiem Auge schaubares. Alles wird mit dem Auge der Imagination angesehen und kann nicht in der wirklichen Welt zerstreuen; auch kann niemand und nichts aus unserer Welt wirklich in diesem Glaspalast eindringen.
Man trifft also in Schotts Märchen prachtvolle Schlösser, Häuschen, Kammern, Kästchen, Schwerter, Messer und viele andere Märchendinge.
Endsprechend läßt das Märchen seine Figuren gerne auftreten, die Diesseitigen ebenso wie die Jenseitigen. Und wiederum entsprechend zieht es das Extrem allen Mitteln und zwischen Zuständen vor: außer den schon genannten Personen und Farbkontrasten die scharfen Strafen und glänzenden Belohnungen, und namentlich das Wunder, dass alles verändern, verwandeln kann ( während in der Wirklichkeit das allmähliche Sichwandeln vorherrscht).
Bedingungen und Verbote tun das ihre, die Handlugslinie scharf auszuprägen:
„Ich liebe dich längst Mandschiferu, doch ist es noch nicht Zeit, dass ich dir ganz angehöre, wie ich mochte. Zuerst muss du den Zauber zerreissen, in welchem ein abscheuliches Geistervolk dieses Schloß mit seinen Bewohnern, und darunter auch mich ärmste, die Tochter des Kaisers gefangenhölt.“ (Schott, „Manschiferu“, S.167)
„Wenn du mich und deine Kinder wiedersehen willst, jenseits des feurigen Baches sollst du mich finden.“ (Schott, „Der verstoßene Sohn“, S 150)
„Trenlose Weib, ich fluche dir und du sollst nicht eher gebären können, als bis ich dich in Liebe wieder umarmt habe.“ ( Schott, „Trandafiru“, S.180)
„Hör, mein Sohn! Alles darfst du schießen, nur keinen Raben.“
(Schott, „Der verstoßene Sohn, S. 148)
In Schotts Märchen erscheinen auch Personen, die ohne übernatürliche Hilfe handeln, sondern nur mit der Beteiligung einfacher Menschen ihre Probleme lösen:
„Wenn du dein Mann wieder gewinnen willst, so musst du tun, wie ich dir sage.“
(Schott, „Trandafiru“, S.181)
„Ein solches Weib kannst du bekommen, mein Sohn, aber du musst meinen Rat besser befolgen, als du bis jetzt getan hast.“
(Schott, „Der verstoßene Sohn“, S.149)
„(...) ich rate dir aber, dies ja nicht eher zu tun, als bis dich die Prinzessin ruft, weil sie dich nicht sehen kann.“
(Schott, „Die Prinzessin und der Schweinehirt“, S.89)
„Sie wurde dabei durch ihre Arme unterstützt, welcher sie alle Geheimnisse ihres Herzens anvertraute.“(Schott, „Die Kaisertochter im Schweinestall“, S 21)
Aufgaben, Verbote, Bedingungen, Gaben, Ratschläge und Hilfen aller Art bezeugen, dass die Handlung des Märchens nicht von innen gelenkt wird, sondern von außen.
Innenleben (Gefühle, Affekte, Anstrengung) und Umwelt der Figuren (Familie, Dorfgenosse, Landschaft) spielen eine ebenso geringe Rolle wie die Regionen, in denen die Jenseitsfiguren ihren Platz haben und die Instanzen, die ihnen ihre Kräfte verleihen. Nur was in die Fläche der Handlung tritt, nur was den hell beleuchteten Weg des Helden kreuzt, wird sichtbar, dafür aber scharf und genau. Figuren und Handlungen sind ohne Tiefenstaffelung, statt des Ineinander und Miteinander herrscht des Nebeneinander oder Nacheinander.
Die Bilder des Märchens sind flächig, und seine Figuren sind, wie es schon gesagt wurde, Spitzen oder Enden einer Reihe (das jüngste Kind, ein alter König, ein Stiefkind, ein Dümmling, eine Prinzessin) und außerdem noch durch Glanz oder betonnte Ansehnlichkeit hervorgehoben.
Isoliert aber, in sich abkgekapselt, sind auch die Episoden der Handlung jede entwickelt sich weit gehend aus sich selber.
Die Handlung des Märchens hat nicht immer die Einfachheit, die denn Volksmärchen charakteristisch ist, obwohl eine Nummer von Schotts Märchen kürzere, fast typische märchenhafte Stücke enthält, bestehen andere Märchen aus vielfältigen, episodenreichen, sehr langen Märchen und Geschichten („Florianu“,“Vom weißen und vom roten Kaiser“, „Peter Firitschell“, „Die Kaisertochter und das Fülle“)
Die Einteilung der Personen in gute Kräfte, böse Kräfte und einfache Menschen, stimmt mit der Volksmärchen überein.
Eine andere Charakteristika des Märchens wäre die Formel der Dreizahl und das Gesetz der Steigerung ( die sich häufig miteinander verbinden). Es gibt auch andere Rundzahlen ( sieben, zwölf, hundert).
In Schotts Märchen werden oft Ziffern verwandelt, und besonders symbolische Ziffern: drei ( drei Waldgefährten, drei Töchter, drei Söhne, drei Kronen, drei Frende, drei Befehle, drei Drachen, drei Soldaten, drei Waldjungfrauen, drei Wundergaben, drei Versuche, drei Prachtkleider, drei Blutstropfen, drei Teufel, drei Dingen, drei Waldgenossen), zwölf (zwölf Räuber- „Der Zauberspiegel“,zwölf Paarstiefel – „Die beiden Kreuzbrüder“, die zwölfte Stunde – „Der verstoßene Sohn“, zwölft prachtvolle Kleider – „Die Kaisertochter als Gänsehirtin“, ein abscheulicher zwölfköpfiger Drache, zwölf Pfeile – „Die Prinzessin und die Schweinehirt“, zwölf Ochsen – „Die Wunderkühe“) oder:
„Auf silbernen und goldenen Tellern waren zwölf der herrlichsten Speisen angerichtet.“
„Am dritten Tage nachdem er das Schloß verlassen hatte...“
(Schott, „Mandschiferu“, S.164)
„(...), mit acht Milchenweisen Rossen bespannter Wagen folgte.“
„Als der Kaiser drauf zum drittenmal und wieder...“
(Schott, „Vom weißen und vom roten Kaiser“, S. 57)
„Wenn er nicht binnen dreiTagen errate...“
„...die überbrachte drei Pferde“
„...und der weiße Kaiser sollte weder binnen drei Tagen, ...“
„Der Herr des roten Reiches lässt dir sagen, du möchtest ihm binnen drei Wochen zu wissen tun...“
„Als die gesamten zum drittenmal am Hofe des weißen Kaisers erschienen...“
„Für die Lösung der dritten Frage...“
(Schott, „Vom weißen und vom roten Kaiser“, S. 60)
„Deine Mutter soll sich in dem Milchteich nahe in der Waldschlucht, wo wir wohnen, dreimal die Augenwaschen und sie wird das Licht ihrer Augen wieder haben.“
„Nachdem sie sich endlich die Augen zum drittenmal gewaschen hatte, war ihr Blick so hell und scharf wie bei einem Kinde.“(Schott, „Petru Firitschell“, S. 68)
„Als der Bauer sich dieses gemerkt hatte, übergab er seinen Sohn dem Teufel zum drittenmal und ging.“(Schott, „Der Teufel und sein Schüler“, S. 150)
„(...) er schlich sich deshalb in der Nacht wieder zum Hause hinaus, um sein Glück zum drittenmal zu versuchen.“(Schott, „Die drei Wundergabe“, S. 159)
„In drei Tagen werde ich dir, mein Mandschiferu, folgen!“
(Schott, „Mandschiferu“, S. 169)
„(...) zum drittenmal mit dieser goldenen Gluckhenne und ihren fünf Küklein, die alle sechs goldene Eier legen“. (Schott, „Trandafiru“, S.182)
„Du sollst drei Nächte in des Kaisers Schlafgemach zubringen...“
(Schott, „Trandafiru“, S. 185)
„Aber wie er die Türe öffnete und hineinsah, prallte er vor freudigem Erstaunen drei Schritte zurück.“ (Schott, „Die Kaisertochter im Schweinestall“, S. 24)
„Das böse Weib ließ daher ihre Stieftochter sogleich einsperren und ihr drei Tage und drei Nächte lang nichts zu essen und zu trinken geben.“
(Schott, „Die Kaisertochter als Gänsehirtin“, S.29)
„Der dritte Sonntag hatte wieder Kaiser und Volk in der Kirche vereinigt ...“
(Schott, „Die Kaisertochter als Gänsehirtin“, S.33)
Aber die Obsession der Ziffern läßt seinen Abdruck auch in dem Fall des Vergleiches der Kleider: Die Kleider unterscheiden sich dieses Mal voneinander durch ihren Wert, der in Ziffern gemessen wird:
1. ein silbernes Prachtkleid;
2. ein goldenes Prachtkleid, „das an Wert das Silberne zehnmal übersteigen müsse“;
3. ein diamantes Prachtkleid, welches den Wert des goldenen zehntausend Mal übersteige.“
(Schott, „Die Kaisertochter im Schweinestall“, S. 23)
Der Hunger und allerlei Mängel sind die eigentlichen Gründe der Opulenz der Märchenwelt. Die Neigung zu Gold und Edelsteinen, zu glänzenden Dingen ist ohne Zweifel die Charakteristik einer uralten Welt; sie wird im Märchen von den tausendjährigen Bestrebungen des Volkes, sich von Armut und Not loszulösen, unterstützt.
In diese Richtung bringt Schott in seinem Märchen besondere Charakteristika, die spezifisch für das rumänische Volk sind: das Essen und noch ein Paar walachischen Elemente:
„Er sah darin ein altes Weiblein, das aber blind war, es aß eben Mamaliga mit Milch.“ (Schott, „Petru Firitschell“, S. 68)
„Kann waren diese Worte ausgesprochen, so stieg ein prachtvoll gedeckter Tisch mit dampfenden Braten und duftenden Weinen...“
Auf dem Wundertisch „setzten sich sofort Löffel, Messer und Gabel und dazwischen Gläser. Da sich jedes abgeschnittene Stück Fleisch oder Brot und namentlich jeder Schluck Wein sogleich wieder ersetzten.“(Schott, „Mandschiferu“, S. 165)
„Während der Topf mit Erdäpfeln, der am Feuer stand...“
(Schott, „Die drei Wundergaben“, S. 159)
„Da hast du deinen Lohn für Pfeiffer und Honig im Wein.“
(Schott, „Mandschiferu“, S. 173)
„Als Milch aufs Feuer gesetzt wurde...“
(Schott, „Die Kaisertochter im Schweinestall“, S. 24)
„Er riß das siedende Fleisch aus dem Topf am Feuer...“
(Schott, „Petru Firitschell“, S. 66)
Also ist das Essen, hier, in Schotts Märchen einfach, ohne Punkt und es verät die Tatsache, dass die Märchen auf einem anderen Gebiet als dem deutschen gesammelt wurden. „Mamaliga mit Milch“ ist ein spezifisch rumänisches Essen. Der Autor hat kein Äquivalent für das Wort „mămăligă“ gefunden. Die anderen Speisen sind wieder einfache Speisen: Erdäpfeln, Honig, Wein, Fleisch, Brot. Sie sind einfach vorbereitet: auf dem Feuer. In dem Märchen „Die Reiseabenteuer des Petru Savoianzu“ findet die Handlung auf dem rumänischen Gebiet statt:
„Die Begebenheiten, von welchem diese Geschichte spricht, sind besonders merkwürdig, weil ich dafür stehen kann, dass sie wahr sind. Das Dorf Tschukitsch ist ja bekannt genug und da lebt noch der Sohn dessen, der diese Abenteuer alle bestanden hat, denn ich selbst auch noch unter dem Namen Petru Savoianzu recht gut kannte.“Man muss spezifizieren, dass Dörfchen Tschukitsch umweit von dem Grenzstädtchen Weißkirchen im Banat liegt. Damit kann man die Verbindung unterstreichen, die es zwischen deutschen Autoren und walachischen Gebieten gibt, ein anderer Beweis, dass die deutschen Autoren auf rumänischem Boden die Märchen gesammelt haben. Aber anwesend erscheint auch das deutsche Gebiet in Schotts Märchen:
„Als der Alte sah, dass der fragende ein kaiserliche Soldat war, dankte er ihm freundlich für seinen Gruß und sagte ihm, dass er sich in Deutschland befinde, dass aber die Pest hier herrschte, welche bereits alle Weiber hingegrafft habe.“
(Schott, „Die Reiseabenteuer des Petru Savoianzu“, S. 176)
Trotzdem macht die Bekleidung auch die Eigentümlichkeiten verschiedener geografischen Zonen sichtbar:
„(...) nun Petru nach vom vollauf zu tun hatte, die gefräßige Brut von sich abzuhalten, beschäftigte er seine viele Ellen lange Binde, wie sie die Angehörigen unseres Volkes zu tragen pflegen.“
(Schott, „Die Reiseabenteuer des Petru Savoianzu“, S. 175)
Man muss unterstreichen, dass es die Rede von den Leibinden ist, welche außer den Frauen hin und wieder auch die Männer tragen: sie sind lang, aus farbiger Schafwolle gewoben; sie sind eine jener kunstwollen Arbeiten der walachischen Mädchen und Frauen.
Ein anderes Element mit einer spezifischen Bedeutung ist der Brunnen. Das Wasser aus einem Brunnen bedeutet Leben, Gesundheit oder Lebenwasser. Für viele Märchenpersonen ist der Brunnen ein Heilungsmittel . In diesem Fall hielt er die Gestalten von der Blindheit:
„Da nahm sie die Mutter Gottes bei der Hand, führte sie zu einem Brunnen und hieß sie , ihre Augenhöhlen waschen.“(Schott, „Der Zauberspiegel“ , S. 37)
oder in einem anderen Fall:
„Liebste schönste Prinzessin, gib mich ja dem Teufel nicht, bis er eine goldene Brücke herstellt, auf welcher schöne Bäume grünen und auf deren Mitte ein goldener Brunnen ist.“ (Schott, „Der Teufel und sein Schüler“, S.145)
„Er ging in die Gärten vor dem Schloß um sich in den schönen Abendlüften, unter den Lüften der herrlichsten Blumen und beim Rauschender Kühlen spring Brunnen zu ergeben.“ (Schott, „Mandschiferu“, S. 167)
„Sieh zu, dass du gerade des Abends zu dem Brunnen kommst, der vor dem Schloß des Kaisers sein Kristallwasser aus goldenen Röhren in die marmornen Becken gießt.“ (Schott, „Trandafiru“, S.181)
Eine andere Einzelheit des Schottschen Märchens ist der Garten. Da wird der Garten eine nicht gewöhnliche Gegend, sondern ein wundervollen schönen Garten, so wie auch die Märchenwelt ist:
„mit schönen Abendlüften”, „mit dem Düften der herrlichsten Blumen”, „mit schönen Blumen, die in der Ferne wie Silber, Gold und Purpur durch einander spielten”, „ein prächtiger Garten, den vorher noch kein Mensch gesehen hatte”, „ mit düftigen Gebüschen, links umgeben von dem mannigfaltigsten schönsten Blumen, eine Stelle wo „tausendlerei der schönsten Blumen blühten.”
Die Landschaft des Gartens ist voller Geruchsensationen weit mehr als die visuellen und auditiven Bilder. Und gerade diese Geruchsensationen gibt dem Märchen eine Lebensnote und transferiert die Landschaft in einem lebenden Raum. Dazu trägt auch die Farbenfülle der Blumen bei, die , obwohl nicht genannt werden für den Leser vorstellbar sind: „die mannigfaltigsten schönsten Blumen”, „tausendlerei der schönsten Blumen”, „die herrlichsten Blumen”. Man kann doch unterstreichen, dass gerade diese unbenannten Farben dem Leser die Möglichkeit der Wahl dessen lassen, was für ihn selbst „schöne oder wunderbare Farben oder Blumen” bedeutet.So wird die Landschaft des Märchengartens nach der freien Wahl des Lesers gefärbt. Und der Superlativ erscheint, um noch einmal die Landschaft in eine höhere Welt, in eine Welt des Unvorstellbaren anzusiedeln. Aus diesen wunderbaren Blumen kommt zur Welt Florianu, der Sohn der Blumen.
Die rumänische Sprache wird hier prägnant empfunden, weil der Name „Florianu“ von dem rumänischen Wort „flori“ (Blumen) kommt. So hat die graphische Form des Wortes „Florianu“ keine Verbindung mit der graphischen Form des deutschen Wortes „Blumen“. Florianu selbst sagt: “Ich bin aus Blumen geboren und von der See gewiegt.“ Diese Bemerkung könnte diese Gestalt neben jene stellen, die sagte:
„Mein Vater ist der Himmel dort,
Das Meer hat mich geboren.“
(Mihai Eminescu – „Der Abendstern“)
Man darf aber auch den entgegengesetzten Pol dieser wunderschönen Gebiete nicht vernachlässigen. In Schotts Märchen erscheinen auch schreckliche Figuren, die die ausgesetzten Kinder beschwichtigen:
„Diese waren abscheuliche Menschen, da sie nicht nur Menschenfleisch fraßen, sondern auch eins ihrer Augen vorne und eins hinten am Kopfe hatten, vielleicht auch noch haben, das weiß ich nicht.“
(Schott, „Die Reiseabenteuer des Petru Savoianzu“, S. 174)
„...er sah zu seinem Schrecken ein altes Weib von greulichem Ansehen mit ihrer Tochter, die nicht minder schrecklich war.“
(Schott, „Die Reiseabenteuer des Petru Savoianzu, S. 176)
„Da sah der Prinz nach einiger Zeit, wie durch ihrem halbgeöffneten Mund eine häßliche Schlange herauskroch, langsam und immer länger.“
(Schott, „Die Kaisertochter als Gänsehirtin“, S. 31)
„Das Schloß gehöre dem Kaiser, sei aber unbewohnt, weil böse Geister drin hausten, die nachts ihr Unwesen treiben.“
(Schott, „Mandschiferu“, S.164)
„Sie merken auch gar nicht, dass es im Schlosse nach und nach laut wurde, zuerst nur wie ein ferner Sturm, dann aber immer stärker, bis endlich auch ein wirklicher Sturm losbrach, welcher Türen und Fenster auf – und zuschlug, ja, schwarze Wolken durch die Säle jagte, in denen es von riesen mäßigen Fledermäusen und Nachtvögeln wimmelte. Aus den Ecken der Räume reckten sich dürre Finger, Klauen und haarige Schwimmpfoten hervor, dazwischen ließen sich bald auch gläntzenden Augen übermäßig großer Frösche, Eidechsen und Kröten sehen, dann wieder ganze Knäuel von giftigen Schlangen und vom widrigen Ratten und Mäusen, die aus dem Boden herausplatzten, welcher nach und nach uneben und wie mit bösartigen Geschwüren übersät worden war. Endlich trieben sich feurige Wildschweine und glühende Totengerippe mit fürchterchlichem Lärmen.“
(Schott, „Mandschiferu“, S. 165-166)
Diese Hyperbel, diese Welt des Unterirdischen verweist den Leser auf Grimms Märchen „Die drei Männlein im Walde“:
„ Und wie das Mädchen den Mund auftat und seiner Mutter erzählen wollte, was ihm in Walde begegnet war, da sprang ihm bei jedem Wort eine Kröte aus dem Mund, so dass alle einen Abscheu vor ihm bekammen, im Gegensatz zu ihrer Schwester, die „bei jedem Worte, das sie sprach, fielen ihr die Goldstücke aus dem Mund...“
(Grimm, „Die drei Männlein im Walde“, S. 71-72)
Die vorliegende Analyse hat jene Rolle ausdrücklich herauszuheben, die die geheimnisvollen Wesen spielen: Darunter zählt man den Drachen, die Waldmutter oder Waldfrau, die Wasserfrau und den Vampir.
Der Drache ist ein mächtiger Geist: wie Rübezahl, das eine Mal mehr elementarischen Wesen, ein anderes Mal, als Zauberer, mehr das menschliche streifend. Je nach Laune zeigt er sich bald gütig, bald feindselig;doch tritt er in den Erzählungen häufiger als Schreckbild, denn als Menschenfreund auf. Er besitzt wunderbare Kräfte, vermittels deren er sich namentlich jede Gestalt aneignen kann.
Mit seinem Verwandten Rübezahl kommt er auch in der Leidenschaft für schöne Mädchen überein.
Der Drache führt in den unterirdischen Klüften der Berge, die er bewohnt, die Wirtschaft für ihn; aber sie macht auch die Vermittlerein zwischen ihm und den hilfsbedürftigen Menschenkindern, die seinen Schutz suchen.(„Der Kaiserin Wundersohn“, „Wilisch Witiasu“, „Petru Firitschell“)
Die Waldmutter oder Waldfrau ist eine mehr wohltätige als böse Frau, schon bejahrt. Besonders gewogen zeigt sie sich den Kindern, denen sie beisteht, wenn sie sich im Wald verrirt haben oder sonst in Not sind.
Der Wald hat seine eigenen Personen. Man begegnet in Schotts Märchen Figuren wie: Waldgenossen, Waldbrüder, Waldmutter. („Petru Firitschell“), Waldkind (Die Kaisertochter in Schweinestall“), Waldjungfraueun („Der verstoßene Sohn“).
In den Wald werden Kinder ausgesetzt, die nicht mehr zu Hause bleiben dürfen. Obwohl der Wald voll von reißenden Tieren ist, hilft er immer den unschuldigen Seelen:
„Als es Abend wurde, stieg er auf einen hohen Baum, um vor bösen Tieren sicher zu sein.“
„Hier übersah er die ganze Gegend und siehe in der Mitte des Waldes flackerte es wie der Schein eines Feuers. Eilig verließ er nun seinen Baum, ging nach der Stelle hin, wo er die helle wahrgenommen hatte und fand wirklich ein großes Feuer bei dem ein riessiger alter Mann saß.“
(Schott, „Der verstoßene Sohn“, S. 147)
Der Wald als Beschützer der Kinder, erscheint noch in Grimms berühmten Märchen „Schneewittchen“. Die Wildentiere tun dem unschuldigen Kind nichts an, und es findet hier, im Wald, den Platz, der es zur Glückseligkeit führt, so wie in „Der verstoßene Sohn“.
„Nun war das arme Kind in dem großen Wald mutterseligallein und ward ihm so Angst, daß es alle Blätter an den Bäumen ansah und nicht wußte, wie es sich helfen sollte. Da fing es an zu laufen und lief über die spitzen Steine und durch die Dornen und die wilden Tiere sprangen an ihm vorbei, aber sie taten ihm nichts.“
(Grimm, „Schneewittchen“, S. 232)
In der rumänischen Literatur soll, in dieser Hinsicht, an Sadoveanus „Dumbrava minunată“(„Der wunderliche Hain“) erinnert werden. Auch hier wird der Wald zur beschützenden Gegend für die Schicksal heimgesuchten Kinder zu einem Labyrinth, aus dem sie einen erlösenden Ausgang finden: und das nach dem langen angstvollen Jahren voller Erfahrungen und Versuche oder göttlicher Hilfeleistungen.
Wenn die Wasserträgerin ihren Krug oder Eimer am Brunnen oder an der Quelle füllt, so gießt sie zum Opfer für die gütige Wasserfrau einen Löffel voll daraus zurück. In ein paar Dörfern soll es sogar Sitte sein, dass dieses Zurückschütten auch als „pomană“ für das Seelenheil der Hingerichteten stattfindet.
In dieser Arbeit möchte man feststellen, inwieweit der Inhalt der rumänischen Volkserzählungen aus dem Banat den traditionellen Märchenfunktionen verpflichtet hat.
Max Lüthi bemerkt: „Der Schöpfer eines Kunstmärchens kann sich eng an ein vom Volksmärchen her vertrautes Schema halten oder völlig frei phantastische Wundergeschichte fabulieren, aber die Vorstellung des übernatürlich-wunderbaren oder zu mindest des Unwirklichen bleibt mit dem Märchen verbunden.“
Zu den Formeln gehören nicht die festgeprägten Anfänge und Schlüsse („Es war einmal...“, „Die lebten nun glücklich, wir aber hier noch glücklicher“). Im allgemeinen beginnen die Märchen direkt ohne eine Einleitungsphrase:
„Eine sehr vornehme Frau, die so überaus schön war...“(„Der Zauberspiegel“)
„Eine Prinzessin, die Tochter des mächtigsten Kaisers...“
(„Der Teufel in Faßhahnen“)
„Ein Kaiser und ein König deren Reiche auseinanderstießen,...“
(„Wilisch Witiasu“)
Es gibt auch wenige erklärungsreiche Anfangsphrasen:
„Hörte oft erzählend und wenn ich ein Schriftgelehrter wäre, möchtet ich es euch in den Büchern nachweisen, daß einmal ein armer Mann war, welcher Stanschuhieß.“
(„Die Geschichte vom armen Stanschu“) oder:
„In jenen alten Zeiten, als die Menschen mit den übrigen Geschopfen noch in engerem Bunde standen als jetzt, begab sich daß einmal ein Vater einen Sohn hatte, der bei Tag Kürbis, bei Nacht aber ein so überaus schöner Mann war, daß man seines gleichen nicht finden konnte und der deshalb auch Trandafiru, zu deutsch Rose, hieß...“ („Trandafiru“)
„Die Begebenheiten, von welchen diese Geschichte spricht, sind besonders merkwürdig, weil ich dafür stehen kann, daß sie wahr sind. Das Dorf Tschukitsch ist ja bekannt genug und da lebt noch der Sohn dessen, der diese Abenteuer alle bestanden hat, den ich selbst auch noch unter dem Namen Petru Zavoianzu recht gut kannte.“
(„Die Reiseabenteuer des Petru Savoianzu“
Im Vergleich mit den festgeprägten Schlußformeln der anderen deutschen Märchen sind die der Schottschen Märchen kurz und klar:
„Da gab er sich zu erkennen und der alte Vater freute sich und ging mit ihm in sein Königreich.
Mein Märchen ist aus
Und geht vor Gutschen sein Haus.“ (Grimm, „Hans mein Igel“, S. 464)
„Weil aber der alte jammerte, daß er alleine bleiben sollte, so führen sie weg und holten ihn zu sich und hatten zwei Königreiche und lebten in gutem Ehestand.
Da kam eine Maus
Das Märchen war aus.“ (Grimm, „Der Eifenofen“, S. 531)
„Da mußte sie in die rotglühenden Schuhe treten und so lange tanzen, bis sie tot zur Erde fiel.“ (Grimm, „Schneewittchen“, S. 239)
„Nachdem der alte König gestorben war, wurde Prinz Ludwig König an seiner Stadt und er lebte vergnügt und fröhlich und wenn er nicht gestorben ist, so lebte er heute noch.“ (Deutsche Volksmärchen, „Die beiden feindlichen Könige, S. 449)
„So machte sie sich allein breit, mit dem nächsten Morgen die Hochzeit zu halten.“
(Deutsche Volksmärchen, „Der starke Hans, S. 402)
„Da machte er auch alle die anderen Vögel wieder zu Jungfrauen und da ging er mit seiner Jorinde nach Hauseund sie lebten lange vergnügt zusammen.“
(Deutsche Volksmärchen, „Jorinde und Joringel, S. 71)
„Dies ist die Geschichte vom Prinzen Petru und der Prinzessin Juliana Kosseschana.“
(Schott, „Juliana Kosseschana“, S.135)
„So war denn alles zum Vorteil Mandschiferus abgelaufen, wie er auch durch seine Tapferkeit verdiente.“
(Schott, „Mandschiferu“, S.173)
„Er geriet in Verzweiflung über die Untreue, welche die Waldjungfrau Wunderschän das Leben gekostet hatte, eilte vors Tor hinaus und erhängte sich neben dem unglücklichen Mädchen.“
(Schott, „Die Waldjungfrau Wunderschön“, S.188)
„So endete die Abenteuer des Prinzen mit seinem Freund Wolf.“
(Schott, „Das goldene Meermädchen“, S. 203)
Trotzdem erkennt man auch die Schlußformeln, die schon bekannt sind:
„Danach lebten sie beide noch eine lange Reihe von Jahren glücklich miteinander und hatten an ihren Kindern viel Freude.“
(Schott, „Trandafiru“, S. 186)
„Als dann schloss der Prinz seine geliebte Prinzessin zärtlich in die Arme und bald machte eine prachtvolle Hochzeitsfeier zur Freude des ganzes Hofes dieser Geschichte ein Ende.“
(Schott, „Die Kaisertochter in Schweinestall“, S. 24)
„Die beiden alter Kaiser aber freuten sich des Glücks ihrer Kinder noch lange Jahre in großer Eintracht.“
(Schott, „Die Kaiser als Schweinehalter“, S. 28)
„Die Hochzeitsfeierlichkeiten gingen mit nie erlebster Pracht vor sich und die jungen Leute lebten noch lange Jahre glücklich und vergnügt.“
(Schott, „Die Kaisertochter als Gänsehirtin“, S. 34)
In den phantastischen Seiten der Schottschen Märchen konnte der Leser als übernatürliche Elemente die Metamorphosen von guten und bösen Geistern unterscheiden. Alle diese Elemente sind eng mit dem traditionellen märchenhaften Elementen verbunden. Der Autor führt die Metamorphosen in seine Märchen dann ein, wenn seine Personen keine andere Rettung haben, um ihre Ziele zu erreichen. Wenn die positiven Personen sich in einer Zwangslage befinden, dann bietet der Autor ihnen diese Wunder: Verwandlungen oder Wundergaben, die immer zugunsten der positiven Personen stehen.
Der tiefste Stand des Märchens wird im Moment erreicht in dem der Held im Besitz des übernatürlichen Instrumentariums ist. Die übernatürliche Hilfe führt den Helden in ferne Länder, entführt die Kaisertochter überschreitet die schweren Versuche, besiegt die Drachen. Und doch ist der Held weit nur ein Held, weil die übernatürlichen Hilfeleistungen nur einen Ausdruck der heldhaften Kraft und Kapazität bilden.
„Als dieser sah, dass sein Feind ihm nahe war und dass er keite Zeit mehr zu verlieren hatte, so verwandelte er sich in einen schönen Goldring und sprang der Tochter des Kaisers, die eben am Ufer stand.“
(Schott, „Der Teufel und sein Schüler“, S. 144)
„...wenn diese Keule in der Hand hält, kann jeden andern damit in eine Steinsäule verwandeln und wer diesen Hut aufsetzt, ist unsichtbar und kann mit dem Kaiser an der Tafel sitzen, ohne dass er gesehen wird; und wer abends diesen Mantel umnimmt und sich da oder dorthin, wär’s auch aus Ende der Welt wünscht, der ist am andern Morgen dort.“
(Schott, „Der verstoßene Sohn“, S. 151)
Man darf noch hinzufügen, dass die übernatürliche Hilfe eine Personifikation der Kräfte des Helden darstellt. Der Held ist mit der Gabe versehen, sich in ein Tier zu verwandeln:
„Ich werde mich jetzt in einem Ochsen verwandeln, so schön und groß, wie die Welt noch keinen gesehen hat.“
(Schott, „Der Teufel und sein Schüler, S. 142)
„Ich werde mich nun in ein Pferd verwandeln, so schön, dass im ganzen Lande keines ihm ähnlich sein soll.“
(Schott, „Der Teufel und sein Schüler, S. 142)
„Er legte sogleich seinen Bogen an, der Fuchs aber sprach zu ihm:
„- Schieß mich nicht, ich gebe dir eines meiner Jungen, dass dir gewiß nützlich sein wird.
Später begegnete ihm ein Wolf, den er wieder schießen wollte, aber auch der Wolf bat ihn, nicht abzudrücken, er wollte ihm auch ein Junges geben, das ihm sehr gute Dienste tun werde. Als er wieder ein Stück Weges gekommen war, stand plötzlich ein Bär vor ihm, auf den er sogleich anlegte, um ihm zu erledigen.“
(Schott, „Petru Firitschell“, S.70)
„Als Patengeschenk übergab er dem Vater des Kindes eine Kuh.“
(Schott, „Die Wundergabe“, S. 91)

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