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Zu Besuch bei Friedrich Hebbel
artikel [ Art ]
Stationen eines Dichterlebens

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von [Delagiarmata ]

2007-10-13  |     | 



Rau ist das Dithmarschen Land an der Nordsee auch heute noch. Im übertragenen Sinne dürfte es um 1813 noch rauer gewesen sein. Die Menschen waren von den Mühsalen des Alltags und den ärmlichen Lebensverhältnissen geprägt. Friedrich Hebbel (1813-1863) fand nur verhärmte Worte für seinen Vater, der seinen zwei Söhnen die kindliche Freude nicht vergönnen wollte oder konnte.

Diese betroffen machenden Kindheitserinnerungen Friedrich Hebbels beziehen sich auf seine ersten 14 Lebensjahre in dem kleinen Marktflecken, heute Städtchen, Wesselburen in der schleswig-holsteinischen Provinz Dithmarschen. Die Charakterisierungen seiner Eltern – die der Mutter klingt wesentlich gewogener – hängt in einem der zehn Ausstellungsräume des Hebbel-Museums in seinem Geburtsort Wesselburen.

„Von Wesselburen nach Wien – Stationen eines Dichterlebens“ nennt sich die Dauerausstellung, was natürlich nicht die ganze Bandbreite hebbelscher Wanderungen ausdrückt. Man erfährt in dem beispielhaft chronologisch eingerichteten Museum noch viel mehr über den Autor der Tragödien Judith (1841), Genoveva (1843), Maria Magdalena (1844), Herodes und Marianne (1850), Julia (1851), Agnes Bernauer (1855), Die Nibelungen (1862), Demetrius (1864), weiterer Gedichte, Erzählungen und Novellen, Komödien sowie anderer dramaturgischer und epischer Werke.

Aber nicht nur über ihn, sein Werk, seine Bekanntschaften, sein Familienleben, sondern auch über die bewegte Geschichte der Region erfährt der Besucher das Nötige, um sich der Schriftstellerfigur Hebbel, laut Gero von Wilperts Lexikon der Weltliteratur (1975) „größter deutscher Tragiker des 19. Jahrhunderts und Theoretiker des Tragischen von pantragischer Weltanschauung ohne metaphysischen Trost“, besser nähern zu können. Auf Landkarten sind die wichtigsten Ortschaften gekennzeichnet, durch die Hebbel während seiner Wanderschaften durch halb Europa gekommen ist. „Reisejahre“ werden in der Museumsdarstellung des Dichters Lebensperioden 1836 - 1839 und 1843 - 1845 betitelt. In der ersten hat er auch die jetzige Heimat des Verfassers dieser Zeilen durchquert. Pfaffenhofen und Ingolstadt sind auf einer Reiseroute gekennzeichnet. Im Jahre 1846 besuchte Hebbel Budapest, den wohl östlichsten Punkt seiner Reisen. Die Städte Hamburg, München, Kopenhagen und Wien bildeten die Kulissen seines literarischen Schaffens.

Man schreitet voller Ehrfurcht durch die Museumsräume, betrachtet Möbelstücke, alte Handschriften, Gemälde, Zeichnungen, Fotos, liest den einen oder anderen Begleittext und gewinnt irgendwann, zumindest ansatzweise, den Eindruck, in die Zeit und unmittelbare Welt Friedrich Hebbels versetzt zu sein. Das ist das Verdienst der Gestalter dieser Räume.

Und doch! Den Wermutstropfen schluckte ich als eingefleischter Bücherwurm zu Hause, in einer Büsumer Ferienwohnung. In der von Barbara Wellhausen herausgegebenen Broschüre Hebbel in Wesselburen konnte ich unter anderem auch folgende aufschlussreiche Information lesen: „Aus kleinsten Anfängen hat sich durch den unermüdlichen Fleiß aller am Aufbau Beteiligten ein Museum entwickelt, das Hebbel, sein Leben und seinen dichterischen Werdegang anschaulich darstellt. Daneben war es auch schon Ziel der Initiatoren, mit einer Bibliothek das Museum zum Mittelpunkt einer Forschungsstätte zu machen. Diese Bibliothek ist inzwischen auf fast 5000 Bände angewachsen. Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist das Zeitungsarchiv, das 1911 eingerichtet wurde und bis zum heutigen Tage 64 Leitz-Ordner umfasst. Auch die Autographensammlung ist von sehr großem Wert. Die Bibliothek mit ihren reichhaltigen Beständen kann ohne weiteres als Hebbel-Spezial-Bibliothek angesehen werden.“

Der Weg ins Obergeschoss, ins Herz von Christian Friedrich Hebbels Schrifttum, war leider zur Zeit unseres Besuchs im Museum – meine Frau lässt sich eine solche Gelegenheit auch nur selten entgehen – mit einer dicken Korde versperrt.


Büste von H. Haas (Hamburg), Foto: Anton Potche

(

http://www.hebbel-museum.de/

)

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