agonia
deutsch

v3
 

agonia.net | Richtlinien | Werbung Kontakt | Konto erstellen
poezii poezii poezii poezii poezii
poezii
armana Poezii, Poezie deutsch Poezii, Poezie english Poezii, Poezie espanol Poezii, Poezie francais Poezii, Poezie italiano Poezii, Poezie japanese Poezii, Poezie portugues Poezii, Poezie romana Poezii, Poezie russkaia Poezii, Poezie

Gedicht Persönlich Prosa Drehbuch Essay Presse Artikel Gemeinschaften Wettbewerb Spezial Mundart

Poezii Românesti - Romanian Poetry

poezii


 

Weitere Texte dieses Autors




Übersetzung dieses Textes
0

 Kommentare der Mitglieder


print e-mail
Leser: 1131 .



Ja, sind die denn alle verrückt geworden?
artikel [ Kultur ]
Kolumne 28

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
von [Delagiarmata ]

2006-01-07  |     | 



Die Aula ist ausverkauft. Auf der Bühne folgen mehrere Musikgruppen. Sie spielen und singen. Schwach, mäßig, gut und zum Teil sogar sehr gut. Das Repertoire: „Song und Dance“ von André Waignein, „Fanfare and Florishes“ von James Curnow, „An Amercan in Paris“ von George Gershwin, „She’s the one“ von Karl Wallinger, „My way“ von Jacques Revaux / Claude Francois, „Auf dem Markt von Scarborough Fair“ Text und Melodie aus England, „Jig aus St. Paul’s Suite von Gustav Holst, „Ouvertüre zur Oper La Cenerentola“ von Gioacchin Rossini, „Harry Potter and the chamber of secrets“ von John Williams, „Malaguena“ von Ernesto Lecuona, „Elisabeth“ von Sylvester Levay.

Ich weiß, sie meinen jetzt, Bescheid zu wissen. Es handelt sich voraussichtlich um eine Veranstaltung in einer High School in einer amerikanischen Stadt. Ja, vielmehr, Sie können stolz sein, Kenner und vielleicht auch Liebhaber der Sprache, in der Sie diesen Text soeben lesen, zu sein, denn etwas habe ich Ihnen dem Grundsatz getreu, das Beste zuletzt, absichtlich vorenthalten. Auch der Marsch „Blauer Enzian“ von Ernst Hoffmann und die heitere Kantate „Tanz rüber, tanz nüber“ nach Tanzliedern von Franz Biebl, letztere sogar in deutscher Sprache, kamen zur Aufführung.

Und jetzt dürfen Sie wirklich staunen: Sogar der ganz hervorragend moderierende Martin Wolf sprach den ganzen Abend frei in einem akzentfreien Deutsch. Das war bestimmt ein Deutscher, werden Sie jetzt zurecht schlussfolgern, und weil wir schon mal beim Staunen sind will ich Ihnen auch nicht vorenthalten, dass auch die Zuschauer zu wahrscheinlich 99,9 Prozent Deutsche waren. Da Staunen nun mal so aufregend sein kann, wollen wir jetzt erst gar nicht versuchen, aus dem herauszukommen. Ich spreche nämlich überhaupt nicht von einer Musikveranstaltung in Amerika, sondern von einem Wohltätigkeitskonzert zugunsten einer Sammlung mit dem barmherzigen Titel „Vorweihnacht der guten Herzen“, die in der Aula des Schyrengymnasiums in Pfaffenhofen stattfand. Dieses Pfaffenhofen liegt nicht in Amerika, sondern im Herzen Bayerns, und das wiederum liegt bekanntlich in Deutschland.

Ein Volk, das einen Beethoven und Mozart hervorgebracht hat, ist nicht mehr fähig, eigene Kulturwerte zu pflegen? Ein Spielmannszug, eine Jugendstadtkapelle, eine Stadtkapelle, ein Jugendchor, ein gemischter Chor und ein Werkorchester waren nicht in der Lage, mehr als zwei deutsche Tonschöpfungen zu präsentieren. Ohne irgendwelche aufwendigen Recherche anzustellen, greife ich in meinen Bücherschrank und entnehme ihm zwei Bücher: „Der Musikant“ von Fritz Jöde, ein altes Buch aus dem Jahre 1933, und „Das neue Lexikon des Blasmusikwesens“ von Wolfgang und Armin Suppan, ein Buch aus dem Jahre 1994. In ersterem zähle ich 472 Lieder (Text und Melodie) von Bach, über Händel und Schumann bis zum Volkslied. Im zweiten habe ich das Zählen bei 600 aufgegeben. Dabei war ich erst bei Cavallini Ernesto (*Mailand, 30. August 1807, +ebda., 7. Januar 1874) angelangt, bis zu Zwillich Ellen Taaffe, (*Miami, Florida, 30. April 1939) ein langer Weg, den ich mir nicht mehr antun wollte. Immerhin traf ich von Abel Josef, (*Deronje, Jugoslawien, 22. März 1929) bis zu Cassimir Heinrich (*Hassenbach, Rhön, 23. Januar 1873, + Karlsruhe, 30. April 1946) sage und schreibe auf 140 Komponisten, die man dem deutschen Kulturkreis zuordnen kann.

Ja, sind die denn alle verrückt geworden? Ich meine die Dirigenten, Musikerzieher, Chorleiter und Musikmanager aller Couleur, die sich mehr und mehr in Programmgestaltungen einmischen. Musik ist international, mag man mir erwidern. Aber das Gemüt und der Geschmack unserer deutschen Zuhörer – das Durchschnittsalter des Publikums der hier erwähnten Veranstaltung lag bei ca. 50 Jahren – ist eben mehr auf Melodie und Harmonie als auf Rhythmusgeräusche ausgerichtet. Es wäre bestimmt interessant, mal zu eruieren, ob amerikanische und englische Musikformationen in ihrer Heimat auch mehrheitlich deutsche Kompositionen spielen und nur zur Beigabe auch einheimische.

.  |










 
poezii poezii poezii poezii poezii poezii
poezii
poezii Eine virtuelle Heimstätte der Litaratur und Kunst poezii
poezii
poezii  Suche  Agonia.Net  

Bitte haben Sie Verständnis, dass Texte nur mit unserer Erlaubnis angezeigt werden können.
Copyright 1999-2003. agonia.net

E-mail | Vertraulichkeits- und Publikationspolitik

Top Site-uri Cultura - Join the Cultural Topsites!