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Volkstümlichkeit trotz Fehler und Schönheiten
artikel [ Internet ]
Kolumne 82

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von [Delagiarmata ]

2010-11-06  |     | 



Zum 7. Geburtstag der deutschen Site von agonia.net / poezie.ro

„Der Dichter wird trotz seiner Fehler und trotz seiner Schönheiten Volkstümlichkeit erringen; er wird den Nagel auf den Kopf treffen, und die Form des Hammers werden wir nicht kennen.“ So zumindest sieht es Henry David Thoreau (1817 – 1862). Als er den Begriff „Volkstümlichkeit“ benutzte, gab’s die volkstümliche Musik noch nicht. Also konnte er damit nicht diese seichte Medienpopularität von heute meinen. Er hat bestimmt an einen gewissen Bekanntheitsgrad in kleineren oder größeren Zirkeln und Gesellschaftskreisen und bei einigen Herrschaften vielleicht sogar an etwaige Berühmtheit gedacht.

Die deutsche Site von agonia.net / poezie.ro ist einer jener überschaubaren Zirkel, ein Onlineschreib- und Lesezirkel. Man schreibt, veröffentlicht, hofft auf bescheidene Resonanz und liest, was andere so in die Tastaturen klopfen. Man kennt sich vom Namen her, ohne sich je begegnet zu sein und ohne sich mit großer Wahrscheinlichkeit je zu begegnen.

Alle, die hier jemals einen Text veröffentlicht haben, dürfen sich „trotz ihrer Fehler und trotz ihrer Schönheiten“, die sich mehr oder weniger bewusst auch in ihren Niederschriften widerspiegeln, einer „Volkstümlichkeit“ im Sinne von Thoreau erfreuen. Das beweisen schlicht und einfach die Besucherzahlen unter den Texten. Begnügen wir uns nur mit einem Beispiel: Bianca Domuta hat hier vor fünf Jahren elf Gedichte veröffentlicht, die mittlerweile zwischen 247- und 830-mal angeklickt wurden. Sie hat damit einen Bekanntheitsgrad erreicht, der zwar mit Volkstümlichkeit im heutigen Sinne nichts zu tun hat, aber doch auf die Sinnhaftigkeit ihres literarischen Versuchens hindeutet, von dem wir nicht wissen, ob es in ein ausgiebigeres schriftstellerisches Schaffen, das in anderen Kreisen bekannt wurde, gemündet ist. Literatur ist nun mal kein Volksfestprodukt. Sie wird selten volkstümlich. Nur Mundartliteratur dürfte in gewissem Maße eine Ausnahme machen.

Umso erfreulicher ist es, wenn Autoren von poezie.ro der Sprung in die gedruckte Literatur gelingt, nicht weil die stets die besserer ist, sondern weil sie noch immer – und das wird noch eine Weile so bleiben – das Statussymbol für jedwede Schreibkultur schlechthin ist. Anni-Lorei Mainka hat heuer im rumänischen Verlag BRUMAR ihr erstes Buch mit Gedichten veröffentlicht. Wer wie sie zweisprachig schreibt, verfügt über eine besondere Beobachtungsgabe und vor allem über einen sehr reichen Vorrat an Ausdrücken, Vergleichen und nicht zuletzt Spielmöglichkeiten mit den Sprachen. Ich hoffe sie hat dadurch auch über poezie.ro hinaus die nötige thoreauische Volkstümlichkeit erlangt, die ihr den Weg in den rumänischen Kulturbetrieb ebnet. Dort könnte sie in den kommenden Jahren auch durch ihre hervorragenden Prosatexte mit ihren sympathischen Schilderungen eines deutsch-rumänischen Gesellschaftsmilieus aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts reüssieren. Es gab wahrlich in diesem geschundenen Rumänien auch noch ein Leben abseits der Securitate.

H. D. Thoreau sagt auch, der Dichter „lädt uns ein zu seinem Herd und seinem Herzen“. Im Unterschied zum Prosaisten, der zwar auch oft in der ersten Person schreibt, aber meistens doch von anderen berichtet, kann der Dichter wie kein anderer Künstler sein Inneres nach außen kehren. Lesen wir nur die Gedichte der sich als Letzte zu uns gesellten Poetin Andrea-Ioana Dumitrescu. Das ist doch eine große Liebesgeschichte, der wir hier begegnen: Liebeskummer, -hoffnung, -schmerz und natürlich –glück. Was will man mehr. Dazu gesellt sich noch diese spürbare Leichtigkeit im Reimen und Rhythmen: Poesie, die klassischen Mustern nicht abgeneigt ist. Ein reines Vergnügen.

Würde die deutsche Site von agonia.net / poezie.ro heute nicht sieben Jahre alt werden, hätten wir diese Gedichte wahrscheinlich nie zu lesen bekommen. Darum bleibt uns nur der Wunsch, dass diese Site noch einige Jahre in unserer schnelllebigen Zeit überlebt– man betrachte nur die hunderten von Millionen nicht aktualisierten Blogs – und uns Lese- und Schreibbesessenen noch die eine und andere angenehme Überraschung beschert.

Wie sagte das mal sinngemäß Ana Blandiana? Für sie wäre die einzige Möglichkeit, die Zeit nicht zu vergeuden, diese in eine „Seite“ einzuschließen. Das war 2001 und poezie.ro (rumänische Fassung und noch ohne die Adresse agonia.net) kaum zwei Jahre alt. Heute können wir uns viel leichter vorstellen, dass Ana Blandianas „Seite“ auch eine „Site“ sein könnte. Also geben wir unserer Zeit eine Chance – wir haben nur diese einzige - und schreiben, schreiben, schreiben wir.

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