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Vom Generalbasszeitalter über die Spätromantik bis zur Moderne
artikel [ Kultur ]
Siegfried Jung & Yasuko Kagen in Concert

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von [Delagiarmata ]

2010-04-18  |     | 



Der Italiener Tomaso Albinoni (1671 – 1751) hat rund 50 Opern geschrieben, die heute alle vergessen sind. Von den meisten gibt es gar keine oder nur noch auszugsweise Noten. Seine Instrumentalmusik ist allerdings lebendig geblieben. Der Kammermusik galt die große Liebe dieses Venezianers und er schien ein Faible für Instrumentalsolos zu haben. Besonders für Violine und Oboe hat er gerne geschrieben. Auch die Trompete und das Fagott tauchen als Soloinstrumente in einigen – von Musikwissenschaftlern allerdings angezweifelten – Albinoni-Kompositionen auf.

Das Concerto d-Moll op. 9 Nr. 2 gehört bestimmt nicht zu dieser Kategorie der angezweifelten Werke. Dazu wird es viel zu oft gespielt. Walter Hilgers hat das Stück für Tuba und Klavier arrangiert und wer auf den Spuren seines Lehrers wandelt, spielt selbstverständlich auch dessen Arrangements. So auch Siegfried Jung. Der junge Musiker mit dem unverfälschten Jahrmarkter Dialekt (Banat/Rumänien) hat dieses Concerto d-Moll op. 9 Nr. 2 für Tuba und Klavier in zwei Konzerten im Januar 2009 an seiner beruflichen Wirkungsstätte, im Nationaltheater Mannheim, gemeinsam mit der aus Osaka stammenden und - wie er selber auch - an der Musikhochschule Mannheim tätigen Pianistin Yasuko Kagen aufgeführt. Recital heißt der Live-Mitschnitt dieses Konzertabends. Und es ist lohnenswert, sich diesen Abend akustisch wieder zu Gemüte zu führen.

Zwei groß angelegte Allegro-Ecksätze beschützen das lyrische Adagio im Mittelsatz. So ist das Concerto d-Moll op. 9 Nr. 2 aufgebaut. Und es ist spannend, zu erfahren, wie ein Tubaspieler mit dieser Getragenheit, dieser Ruhe und reichen Melodik umgeht. Ich erinnere mich an eine Aufführung dieses Konzertes, einmal mit Trompete (Carmelo Fede) und Orgel (Marco D’Avola) und dann mit Oboe (Georgi Kobulaschwili), Streicher (AsamCollegium Ingolstadt) und Basso continuo (Ludwig Schmid an der Orgel), beide in der Asam-Kirche Maria de Victoria in Ingolstadt. Wenn die Klangfarben der Trompete jener der Oboe, für die das dem bayerischen Kurfürsten Max Emanuel (1662 – 1726) gewidmete Konzertstück eigentlich komponiert wurde, zumindest andeutungsweise in wahrnehmbaren Klangbereichen liegen, so ist das Stück auf der Tuba fast schon eine andere Welt, aber eine ebenso schöne. Sie können miteinander, die Tuba und das Klavier, wenn die musikalische Chemie zwischen den Künstlern, die sie spielen auch funktioniert. Das ist nicht nur in diesem Stück der Fall.

Cancion Catalan op. 165 Nr. 5 aus Espana und Orientale op. 232 Nr. 2 aus Cantos de Espana versprühen die spanische Lebensfreude, die ihr Schöpfer Isaac Albeniz (1860 – 1909) in einem lexikonvermerkten „Abenteurerleben“ voll genoss. Auch seine Opern hatten keinen Erfolg und sind vergessen. Zu sehr war er Klavierkomponist und Pianist, der spanische Liszt eben. Wahnsinn, wie weich Siegfried Jung in Cancion Catalan ansetzt. Und diese Klavierbegleitung. Das ist musikalische Diskretion in Reinkultur. In Orientale wird dann stellenweise auf gleicher Mitspielebene kommuniziert. Nur der letzte Ton. Krachend und tief, als röhre es aus männlicher Brust „Ich hab das letzte Wort.“

Das dem aber beileibe nicht so ist, dürfen wir sofort in Claude Debussys (1862 – 1918) Klangwelt erfahren. Yasuko Kagen entführt uns in dieses besonders in einer Sarabande doch sehr traurig anmutende Spektrum aus sterben wollenden Tönen. Aber zum Glück gibt es ja auch noch eine Toccata – eine stark figurierte Fantasie. Und wie sie fliegen, die Finger der Linken und Rechten. Absolute Gleichberechtigung. Hier sitzt mehr als eine Bläserbegleiterin am Flügel. Prelude – Sarbande – Toccata, das ist Pour le piano zum Genießen.

Torbjörn Iwan Lundquist (1920 -2000) war ein Komponist, dem das Experimentieren lag. Der Schwede hat bahnbrechende Kompositionen für das Akkordeon geschrieben und auch die Möglichkeiten einer Tuba voll ausgelotet. Landscape für Tuba und Klavier (orig. für Orchester). Da geht die Post ab. Läufe rauf und runter. Virtuosität, ohne in technische Angeberei zu verfallen. Bei aller Melodiearmut Schönheit zu vermitteln, ist in der Musik nach wie vor eine Kunst. Yasuko Kagen und Siegfried Jung beherrschen sie.

Was ich soeben gehört habe ist ein Live-Mitschnitt. Fast zu schön, um wahr zu sein. Aber vor allem spürt man ein gewisses Bedauern, dieser Aufführung nicht beigewohnt zu haben. Die Aufnahmetechnik kann zwar viel, um nicht zu sagen, heute alles, aber die Wirklichkeit, die Echtzeit, wie es viele nennen, kann leider nicht konserviert werden; in der Musik schon gar nicht. Sie kann aber nachklingen. Und auf dieser hervorragenden CD tut sie es – als Trost für die Irreversibilität der Zeit.

Wer sich diese zauberhafte Tuba-Klavier-Musik anhören will, sollte bei Siegfried Jung (Tel.: 01628377575) nachfragen. Vielleicht gibt’s ja ein paar Scheiben mehr von diesem Konzert im Nationaltheater Mannheim.

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