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Osterzeit ist Waldzeit
artikel [ Bücher ]
Über dem Wald der Himmel – Lesebuch

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von [Delagiarmata ]

2010-03-28  |     | 



Wenn ich mich gut erinnere, war zu meiner Volksschulzeit das Deutschbuch das „Lesebuch“. So nannte man es. Dieser Begriff leitet sich wahrscheinlich aus der sog. Fibel ab, mit der wir in der ersten Klasse das Lesen lernten, besser gesagt das Buchstabieren, denn vage habe ich in Erinnerung, dass ich erst so in der vierten, fünften Klasse so etwas wie Leseverständnis entwickelte.

Während die Anthologien meist eine Kanonrolle erfüllen und so den literarischen Wertvorstellungen des Herausgebers entsprechen, sind Lesebücher eher themenbezogene Textsammlungen. Sie lesen sich in der Regel leicht und sind für Schnellleser, zu denen ich bedauerlicherweise nicht zähle, als hervorragender Zeitvertreib im Urlaub oder sogar während etwas längerer Zugreisen sehr geeignet; was natürlich keine Minderung der Textqualitäten heißen soll.

Über dem Wald der Himmel ist so ein Lesebuch. Michael Fischer hat es 1994 im Ullstein Verlag herausgegeben. In dem Kurzexposé heißt es: „Der Wald, dieser ganz besondere Lebensraum, steht hier im Mittelpunkt von Geschichten und Erzählungen namhafter Autoren. Bei den einen ist er Idylle und romantische Kulisse, bei anderen Schauplatz von Missetaten und Versteck finsterer Gesellen. Wieder andere zeigen den Wald als Arbeitsplatz oder als Spekulationsobjekt.“

Erzählungen, Skizzen, Märchen, bis hin zu einem nachdenklich stimmenden Text von Alfred Polgar (1873 – 1955) haben tatsächlich irgendetwas mit dem Wald zu tun. Polgar weiß, dass der Wald nicht auf alle Menschen gleich wirkt: „Wem Erde, Wasser, Stein, Pflanze, Tier – der Mensch gilt nur in seinen primitiven Erscheinungsformen als ordentliches Mitglied der Natur – nichts bedeuten, [...], dem bedeutet auch ihre Spiegelung in Dichters Auge nichts. Wer hingegen die Natur wahrhaft liebt, dem sinken schon einfache Worte wie Berg, Baum, See tief ins Gefühl, ...“ Sinn für Natur und Sinn für Literatur bilden also eine glückliche Symbiose.

Die Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf (1858 – 1940) erzählt die sagenhafte Geschichte des Römers Silvius Antonius, der übers Meer in ein geographisch nicht näher definiertes Urwaldgebiet gelangt und, von den Eindrücken der fremden Welt fasziniert, den Lockrufen einer Nymphe folgt, um für ewig verschwunden zu bleiben.

Neben Albert P. Gütersloh, , Jakob Wassermann, Clemens Eich - ob Herta Müller sich wohl von seiner Sprache inspirieren ließ? -, Moritz Hartmann, Horacio Quiroga (mit einer Reise in die brutale Welt der Holzfäller Lateinamerikas), Ludwig Anzengruber, Joachim Ringelnatz und Luigi Malerba ist auch Roda Roda (1872 – 1945) mit der Erzählung Eine Begegnung im Wald in diesem Sammelband vertreten. Er führt uns darin in eine Welt der kleinen Schurken im damaligen Länderdreieck Montenegro - Türkei - Albanien. „Ich war, mit einem Ränzel und einer Botanisierbüchse auf dem Rücken, aus Fondina im Montenegrinischen aufgebrochen und überschritt hart am Dorfausgang die türkische Grenze. Da führt ein steiler Weg, der kein Weg ist, durch den Buchenwald nach Dinoschi, dem ersten albanischen Ort.“ Mit unterschwelligem Humor erzählt Roda Roda, wie ein Raub am eigenen Leib noch nicht unbedingt eine persönliche Katastrophe sein muss. So sprach der Räuber zum Beraubten: „Zieh jetzt mit Gott und blick dich nicht um, sonst schieß ich. Und halt dich links. Rechts wohnen böse Leute, wahre Beutemacher. Die hätten dir auch das Kleingeld weggenommen.“

Und dann gibt es da noch dieses wundersam beruhigende Gefühl, das Ludwig Tieck (177 – 1853) von einem Vogel in drei Variationen, deren dritte so geht, besingen lässt:
„Waldeinsamkeit
Mich wieder freut,
Mir geschieht kein Leid,
Hier wohnt kein Neid,
Von neuem mich freut
Waldeinsamkeit.“


Michael Fischer (Hg.): Über dem Wald der Himmel – Ein Lesebuch; Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt/M – Berlin, 1994; 160 Seiten; ISBN 3-548-23333-3; (www.buchfreund.de bietet mehrere Exemplare zwischen 3,00 und 4,00 Euro an)

Und vielleicht wird man ja in diesen Tagen auch des einen oder anderen Osterhasen gewahr.
Man muss nur hinaus in die Natur, denn Osterzeit ist Waldzeit, und glauben, glauben, glauben.
Diese Fantasiestärke wünsche ich anlässlich des Osterfestes 2010 allen Autorinnen und Autoren wie auch allen Leserinnen und Lesern, die sich im Internetwald auf unsere agonia.net-poezie.ro-Site verirren.
Seid furchtlos, es wird euch kein Leid geschehen und jede Maus führt euch zurück ins reale Leben.

Frohe Ostern wünscht Anton Potche alias Delagiarmata



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