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Spuren hinterlassen :: in einem staatliche Pflegeheim in Marburg


Spuren hinterlassen
prosa [ ]
in einem staatliche Pflegeheim in Marburg

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durch Semida Mang [Semida]

2008-06-18  |     | 



7 Uhr.
Wie immer, eine kurze Übergabe und man greift nach Zigarette. Ich kann das nicht mehr sehen und dulden, sagte ich mir leiser Stimme und ging aus dem Personalraum.
Ich klopfte kurz an, dann schloß ich die Tür auf. Ich näherte mich an das Bett der alten Dame, machte das Licht am Bett an und weckte Sie mit einem "Schön Guten Morgen".
Wie immer, schaute Sie mich an und lächelte verspätet zu. Sie machte den Eindruck, ich hätte Sie aus dem Tiefschlaf geweckt. Zu Ihr hatte ich ein besonderes Verhältnis.
Neulich sagte Sie zu mir:"Bleib bei mir, mein Kind. Sie drückte mich und lehnte Ihren Kopf an meinen.

Ich ging ins Bad und bereitete wie immer alles für die Morgentoilette, dann kam ich wieder an das Bett der alten Dame.
Ich lehnte mich dagegen und versuchte meinen Arm unter ihren Kopf zu kriegen.
Eine Geste, Sie beim Aufsetzen zu unterstützen.
Ich trug ein weißes Hemd mit langen Ärmeln.
Etwas feuchtes verfärbte mein Ärmel. Eine warme Feuchtigkeit hinterließ ihre grün-gelbe Spuren.
Mich ekelte total. Ich zog die Decke zur Seite und holte die Dame aus dem Urinbad.
Tränen der Wut und Traurigkeit erhitzten meine Glieder. In aller Schnelle zog ich Ihr ein frisches Nachthemd an, zog ein Tuch über die Matratze, legte die Dame wieder ins Bett, nahm die 2 Sachen mit und ging zu dem Personalraum. Die Stationsleiterin kam mir entgegen und schaute mich ziemlich verwirt an.
Eine sentimentale Auseinandersetzung folgte. Denn in der Nacht hatte Ihre Vetreterin Dienst. Ein Skandal.
Sicherlich kam es zu vielen Gesprächen. Nun wollte man mich loswerden.
Aber dazwischen stand mein Chef. Ein Mann, der mir kurz nach der Einstellung mitteilte: "Frau Mang, Sie haben etwas, was die anderen nicht haben".
Er war von mir angetan. An meinem Geburtstag wollte er mit mir die Kontrolle durchführen. Aber das ging schief, denn die Stationsleiterin meinte: "Sie würde selber erstmal mit mir durchgehen, schließlich wolle Sie mich auch behalten."
Und so wuchs mein Selbstvertauen.
"Positiv überrascht" war das Ergebnis seiner Kontrolle. Aber da passierte etwas, was lieber nicht hätte passieren dürfen".

Wir standen am Bett. Er beobachtete mich wie ich mit den pflegebedürftigen Dame umgehe, stellte mir Fragen und...
Ich war gerade dabei, der Dame das Kleid anzuziehen.
Also, ich bin selber eine Frau und ziehe auch Kleider an. Aber wie alt muß dieses Kleid gewesen sein, dass der Reißverschluß vorne war?! Total stillos und häßlich! Ein Kleid aus der 60-er Jahre. Also, falsch herum!
Er schaute mich an mit einem ???- Gesicht und streckte seine Hände, mir zu helfen.Seine Fingernägel waren ganz kurz, nicht geschnitten, sondern....ah, Was wird Ihn wohl so stark gekränkt haben?! Ich entwickelte kurzfristig ein Mitleid mit Ihm, wegen Nägelkauen. Er schielt ein bißchen, hat aber ein ganz süßes Gesicht, wenn er nicht müde ist.
Bei dem Vorstellungsgespräch brachte man Ihm von der Küche
Blutwurst.

Und als er mithelfen wollte, berührte Er aus Versehen meine Hand. Ich war gefangen. Seine Blicke durchschauten mich.
Von da an wußte ich, das geht nicht gut aus!
Eine Berührung ist schon zu viel!
Es dauerte auch nicht mehr lange, da kam er 3 mal am Tag zu mir.
Woher wußte Er, wo ich bin?!
Kurz vor Silvester machte Er sich die Mühe, mit jedem zu reden.
In der Pause, im Personalraum, auf dem Flur.

Als ich aus dem Zimmer heraus kam, stand er da: "Frau Mang, haben sie einen Kurzdienst?! Es war halb 12. Der Kurzdienst geht bis 10 Uhr. Ich sagte: "Ja". Ich wußte nicht was mir mir passiert. Ich war nicht mehr Herr über meine Gefühle.

Als Er um die Ecke war, drehte Er den Kopf zurück. Ich lief den dunkel Flur entlang und als ich vor meinem Ziel stand, drehte den Kopf zurück.
Nun trafen sich wieder unsere Blicke. Er stand da.
Es brennt.

Merkt Er etwas?!
Wird Er sich auch die Frage stellen, ob ich etwas merke?!

In der Silvesternacht habe ich ihm einen Brief geschrieben.

Es haben alle gemerkt, meine Arbeitskollegen, mein Mann.
Und Er...?!

Ich mußte gehen, schließlich bin ich verheiratet.












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