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Umwandlung ::


Umwandlung
prosa [ ]

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durch Elena Sworski [elienne]

2006-02-16  |     | 



Der schlafende Schnee wurde unsanft vom heißen Kuß der Sonne aufgeweckt. Und dann peitschte ihn auch noch der Regen, so dass es mit dem ruhigen Schlummer endgültig vorbei war. Millionen und Abermillionen mürrischer Flocken tauten auf und stürzten sich von hohen Klippen oder aus den Baumnwipfeln. Sie wiederentdeckten mit großem Erstaunen eine vergessene Möglichkeit: die der Bewegung. Sie konnten sich nur noch wage an das Herunterfallen erinnern, ans Tanzen im Wind und ans sich sanft Niederlegen. Aber jetzt konnten sie was Neues ausprobieren: Rinnen und Kullern, Rollen und Drehen, Sickern und Sprudeln...... mit einem Wort: Fließen. Und sie ließen sich dieses Spiel nicht wegnehmen. Sie suchten sich, trafen zusammen und jagten einander in schäumenden Bächen. Sie vermengten sich und sie vermehrten sich in tosenden Flüssen. Sie wurden sich auf einmal ihrer Stärke, ihrer Kraft, ihrer Wucht bewusst. Und sie konnten nicht aufhören, sich zu verbreiten, in Besitz zu nehmen. Sie wurden gierig, nach mehr und noch mehr. Ihre Ufer engten sie ein, deshalb traten sie über, sich immer rascher ausbreitend, sich immer weiter ausstreckend. Ihnen Einhalt gebieten? Aber nein! Sie schäumten, berauscht von der eigenen Macht, von der ungebremsten Gewalt, von der unvergleichlichen Herrschaft. Alles ihnen im Weg Stehende wurde mitgerissen, entwurzelt, weggeschleppt. Nichts konnte ihnen widerstehen, nichts konnte sie beruhigen. Und sie wuchsen und wuchsen weiter. Allerorts wurden aus niedlichen ruhigen, kleinen Flüsschen, tosende, gewaltige, rasende Ströme. Und aus dem Nichts, erschienen hi und da bis dann nicht bekannte Seen. Die liebliche Schneeflocke wurde zum See. Umwandlung vollzogen.

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