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artikel [ Bücher ]
Franziska Graf (Redaktion): Festschrift – 100 Jahre Fratelia 1904-2004

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von [Delagiarmata ]

2008-06-28  |     | 



Jede Festschrift, die etwas von sich hält, beginnt mit einem Grußwort. 100 Jahre Fratelia 1904 -2004 – 6. Bezirk der Banater Metropole Temeschburg wird mit dem Gruß an die „lieben Landsleute der Heimatortsgemeinschaft Fratelia“ von Bernhard Krastl, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, eingeleitet. Er hält unter anderem fest, dass bereits „1998 ein 450 Seiten starker Band mit vielen interessanten Belegen und Erinnerungen an die wechselhafte Geschichte dieses Ortes“ erschienen ist und dass die „vorliegende Festschrift diese Monographie ergänzen und fortsetzen soll“.

Von der Quantität her betrachtet, ist diese Informationsfülle für ein kleines Stadtrandviertel von Temeswar eigentlich noch untertrieben, denn zu den genau 456 Seiten der Ortsmonographie und den 131 Seiten der Festschrift muss man auch den 2002 erschienenen Nachtrag zum Heimatbuch Fratelia mit seinen 157 Seiten berücksichtigen. Das sind summa summarum 744 Seiten Fratelia.

Fratelia 1, Fratelia 2 und Fratelia 3 sind das Werk von Franziska Graf. Welche Antriebskräfte einen Menschen zu einem solchen redaktionellen und editorischen Kraftakt, Letzterer verbunden mit eindeutigem finanziellem Risiko, verleiten, kann man eigentlich nur vermuten. Es muss eine Mischung aus Freude am Sammeln, Ordnen, Gestalten, Vermitteln, aus Nostalgiebewältigung, ausgeprägtem Gemeinschaftssinn, wie auch bewusstem Dazugehörigkeitsgefühl zur intellektuell aktiven Schicht einer sich im Verschwinden befindenden Volksgruppe, nämlich die der Banater Schwaben, sein. Diese Festschrift zeigt über den rein persönlichen Aspekt ihrer Entstehung hinaus aber auch, dass immer wieder Material aus den Reihen der noch lebenden Landsleute oder deren Nachkommen zur Verfügung gestellt wird, das so noch einmal – zumindest vorläufig – dem endgültigen Vergessen entgangen ist.

Die Festschrift unterscheidet sich nicht von Heimatbuch und Nachtrag und ihren Zweck erfüllt sie ganz und gar als Bewahrungsmittel „unserer Erinnerungen, die uns keiner wegnehmen kann“, wie Franziska Graf in ihrer Funktion als Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Fratelia in ihrem Grußwort festhält. Die Zugehörigkeit Fratelias zu Temeswar wird durch ein drittes Grußwort, und zwar des Vorsitzenden der HOG Temeschburg-Temeswar Dr. W. Alfred Zawadzki, unterstrichen.

Und weil damit dem obligatorischen offiziellen Einstieg einer Festschrift tatsächlich Genüge getan wurde, kann man mit mehr oder weniger Erwartungen in den Inhalt einsteigen. Ich würde für die zweite Alternative plädieren, denn wirklich Neues oder gar Überraschendes hat Fratelia 3 zu 1 und 2 nicht zu bieten, zumindest aus der Sicht eines Außenstehenden. Für nostalgiegeschwängerte Alt-Frateliaer kann das natürlich ganz anders aussehen. Sie werden mit den Erinnerungen einer Christl Jung, eines Stefan Krämer oder Franz Oberle, einer Dr. med. Helene Aubermann-Venturini und anderer wesentlich mehr anfangen können. So eine Festschrift kann auch ein Forum für Lyriker mit geographischem oder emotionalem Bezug zum Festanlass sein. Helene Aubermann-Venturini, Robert Höckl und Grete Sottrel sind für Fratelia-Insider bestimmt keine Unbekannten. Ihre Verse verhüten das Aufkommen einer trockenen Sachlichkeit, die solchen Festschriften nicht selten anhaftet.

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Viele Fotos, Karten und Reproduktionen verschiedener Urkunden lassen die Fratelia-Festschrift schließlich auf 131 Seiten anwachsen und adeln sie zum broschürten Buch. Dass man ein solches und nicht ein billiges Heft in der Hand hält, beweisen auch die tadellosen Bildreproduktionen, das schneeweiße Glanzpapier und das professionelle Seitenlayout.

Wer sich bewusst ist, dass dieses Buch für eine bestimmte Lesergruppe gemacht wurde, wird es auch mit persönlichem Gewinn lesen oder schmökernd durchblättern. Die Möglichkeiten, solches in Zukunft zu tun, werden ohnehin immer geringer, wie das auch bei Franziska Graf unmissverständlich anklingt: „Ob es noch ein Frateliaer Heimattreffen geben wird, hängt vom Gesundheitszustand der HOG-Vorsitzenden ab und ob sich junge Landsleute finden, die die Organisation übernehmen wollen.“ Dieser Satz ist in der Festschrift mit einem Fragezeichen (?) versehen. Das Buch enthält leider weder Verlags- noch Bestelladresse. Auch eine Preisangabe ist nicht auffindbar. Endzeitstimmung?


Franziska Graf (Redaktion):Festschrift – 100 Jahre Fratelia 1904-2004 – 6. Bezirk der Banater Metropole Temeschburg; Herausgeber: Heimatortsgemeinschaft Fratelia, Eigenverlag: Doris Graf

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