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Ein italienischer Kommissar glaubt an die Unschuld einer rumänischen Haushaltsgehilfin
artikel [ Bücher ]
Beweise, dass es böse ist – Roman von Donna Leon

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von [Delagiarmata ]

2006-01-14  |     | 



Ein wirklich sympathischer Kerl, dieser Commissario Brunetti. Vor allem ist er kein Actionheld, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit durch die Gegend ballert. Er ist ein Bürger, der seine Pflicht tut, nicht mehr und nicht weniger, und er kommt sich in manchen Situationen selbst etwas tollpatschig vor. So kann er schon mal auf einem Dachboden, den er nicht ganz regelkonform in Augenschein nimmt, stürzen und sich eine Schramme holen. Vor allem lebt er nicht nur in seinem Büro, auf der Straße oder in konspirativen Wohnungen. Nein, er hat auch eine intakte Familie, mit Frau und zwei Kindern im Jugendalter. Na ja, und dann hat er auch noch einen Arbeitsplatz, die Questura, mit Arbeitskollegen und Vorgesetzten, zu denen die Chemie mehr oder weniger stimmt.

So sind eigentlich einige wichtige Voraussetzungen geschaffen, um Einblick in die italienische Gesellschaft im Allgemeinen und in die venezianische etwas detailgetreuer zu ermöglichen. Donna Leon versteht es ganz gut, das Eingebettetsein ihrer Hauptfigur in normale bürgerliche Verhältnisse – mit einem guten, aber nicht zum Übermut verleitenden Einkommen – für die Handlung immer gewinnbringend in Szene zu setzen.

Da sind vor allem diese köstlichen, nicht immer von besonderem Ernst, aber oft von gutmeinenden Hintergedanken geprägten Gespräche zwischen Guido Brunetti und seiner Frau Paola. Diese Plaudereien drehen sich oft auch um den gerade aktuellen Fall des Commissarios.

Der dreizehnte Fall Brunettis wäre eigentlich eine normale, schnell abgehandelte Aktenleiche geworden, ging es doch einerseits nur um den Mord an einer alten, ihre Umwelt quälende Frau und zweitens um eine eindeutig identifizierte Mörderin, die selbst auf der Flucht vor italienischen Grenzpolizisten ums Leben kam. Florinda Gheorghiu hieß die aus Rumänien stammende Haushaltsgehilfin der cholerischen Signora Battestini und, dass nur sie die alte Frau ermordet haben konnte, resultierte schon aus den Vorurteilen, denen auch ermittelnde Polizeibeamte sich kaum entziehen können: „Die aus den Ostblockstaaten sind doch alle gleich. Lauter Geschmeiß.“

Es gibt aber auch in Italien noch so etwas wie Zivilcourage. Assunta Gismondi, eine gelernte Grafikdesignerin, kannte sowohl Florinda Gheorghiu, deren Pass „noch von drei anderen Frauen benutzt“ wurde, als auch die alte, unwiderstehliche Battestini. Entscheidend war aber, dass sie Florinda den Mord auf keinen Fall zutraute und auch glaubte ein Alibi für die leider schon tote Rumänin zu haben. Nach einigen verständlichen Selbstzweifeln ging sie zur Polizei und der Fall wurde wieder aufgerollt.

Commissario Brunetti und sein Team begannen mit ihren oft unkonventionellen Ermittlungsmethoden und die Spannung wächst für den Leser mit jeder falschen Fährte. Die Überführung eines Täters ist zweifellos immer eine Erfolgsgeschichte, die Aussicht auf eine gerechte Bestrafung erfährt aber allzu oft – und nicht nur in Italien – durch die juristischen Winkelzüge, eingebettet in verschiedene gesellschaftliche Situationen und gesetzliche Bestimmungen, so manchen Dämpfer. Auch der inzwischen in Deutschland sehr bekannte Commissario Brunetti kann davon ein Lied singen: „... selbst wenn es bei dem ursprünglichen Urteil bleibt, entscheiden die Richter höchstwahrscheinlich, daß er (der überführte Mörder, A. d. V.) inzwischen lange genug gebüßt hat, und setzen ihn auf freien Fuß.“

Einem breiten Publikumskreis wurde Donna Leons Commissario Brunetti und sein Kollege Sergente Vianello (nicht immer eine geistige Leuchte) bekannt durch die Verfilmung von bisher 12 Romanen der erfolgreichen Schriftstellerin. „Beweise, daß es böse ist“ war die erste ARD-Produktion dieser Serie, die im November 2005 vom deutschen Fernsehsender ausgestrahlt wurde.

Für die Übersetzung zeichnet die mittlerweile in deutschen Literaturkreisen schon bekannte Christa E. Seibicke. Sie hat auch Romane von P. D. James, Magdalen Nabb, Patricia Highsmith, Gwendoline Butler und Joy Fielding übersetzt.

Donna Leon wurde am 28. September 1942 in New Jersey/USA geboren. Sie studierte an den Universitäten in ihrer Heimatstadt, Perugia und Siena (beide Italien). Nach Tätigkeiten als Reisebegleiterin in Rom und Werbetexterin in London unterrichtete sie an amerikanischen Schulen in China, im Iran, in der Schweiz und in Saudi Arabien. Seit 1981 lebt die Autorin in Venedig, wo sie auch englische Literatur lehrt.


Donna Leon: Beweise, daß es böse ist – Commissario Brunettis dreizehnter Fall; Roman; Diogenes, 2005; 19,90 EUR

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